Nettetal: Ein Brandstifter geht in Lobberich um
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 22.09.2009Nettetal (RPO). Nach zwei Bränden innerhalb von zwei Tagen steht fest: Ein Brandstifter geht um in Lobberich. Das bestätigte die Polizei gestern am Wochenende auf Anfrage. "Der Verdacht liegt nahe", sagte Pressesprecherin Antje Heymanns. "Es gibt eine räumliche Nähe und eine ähnliche Vorgehensweise." Natürlich könnten Trittbrettfahrer nie ausgeschlossen werden. "Es ist aber wahrscheinlich, dass es sich um den selben Täter handelt."
Brandbeschleuniger gefunden
Bislang schlug der Unbekannte in der Nacht zu Freitag gegen 2 Uhr an einem Wohn- und Geschäftshaus an der Johannes-Cleven-Straße und Samstagabend gegen 21 Uhr an einem Reihenhaus am Fendland-Ring zu. In beiden Fällen steckte er die Abfalltonnen und deren Unterstände in Brand. Offensichtlich hatte der Täter Freitagnacht ebenfalls versucht, an einem Haus an der Robert-Karmann-Straße einen Kunststoffrollladen anzuzünden. Zudem hatte eine Anwohnerin unmittelbar bevor das Feuer an der Johannes-Cleven-Straße ausbrach, einen Mann dabei beobachtet, wie er im Hof eines Mehrfamilienhauses an der Düsseldorfer Straße ein Gartenhaus anzünden wollte. Er ließ von seinem Vorhaben ab und flüchtete, als sie ihm etwas zurief.
Die Polizei fand hier später Spuren eines Brandbeschleunigers – ebenso wie beim stark beschädigten Haus an der Johannes-Cleven-Straße. Die Täterbeschreibung, die die Frau der Polizei geben konnte, ist vage: Es soll sich um einen Mann mit Glatze handeln. Er war in der Nacht auf Freitag hell gekleidet. Den Brand am Fendland-Ring hatte ein Nachbar entdeckt, der offensichtlich auch der einzige Zeuge ist. Dass es keine weiteren Beobachter gab, mache die Suche der Polizei nach dem Täter nicht einfacher, so Antje Heymanns.
Alle Beobachtungen melden
"Gerade weil wir so wenig Anhaltspunkte haben, sind wir auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen", erklärte die Polizeisprecherin. Sie bittet "Menschen, die nachts unterwegs sind – beispielsweise Bäcker, Taxifahrer und Zeitungsboten" darum, die Augen offen zu halten und auch für kleine Beobachtungen der Polizei anzurufen. "Keiner sollte Scheu davor haben, Ungewöhnliches der Polizei zu melden", sagte Heymanns. "Man verdächtigt damit niemanden zu unrecht." Für die Polizei sei jeder Hinweis wertvoll. Auf ihren Streifenfahrten durch Lobberich würden die Beamten zudem in dem betroffenen Wohngebiet auf Hinweise nach dem Brandstifter Acht geben.
Bislang blieb es bei Sachschaden: Das Wohn- und Geschäftshaus an der Johannes-Cleven-Straße wurde stark beschädigt. Verletzte sind bislang nicht zu beklagen. Damit das so bleibt, appellierte Heymanns erneut, Häuser und Wohnungen mit Rauchmeldern auszustatten. "Das ist eine Lebensversicherung, und es beruhigt auch."
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