Nettetal: Ein ganzes Dorf will feiern
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 22.04.2008Nettetal (RPO). „Wir für Schaag“ bereitet den „1. Nettetaler Bauern- und Handwerkermarkt“ zu Pfingsten vor. Aus einer vagen Idee wurde ein Konzept. Dann gründete sich ein Verein, der inzwischen ein umfangreiches Programm erarbeitet hat.
Nach einer halben Stunde war Stefan Klaßes weich geworden. „Gut, ich mach’s“, sagte er. Damit hatte er für Schaag ein großes Fest gerettet. Zu Pfingsten gibt es den „1. Nettetaler Bauern- und Handwerkermarkt“, den der frisch gegründete Verein „Wir für Schaag“ ausrichtet. An zwei Tagen wollen die Schaager die bunte Vielfalt ihrer Dorfgemeinschaft vorführen. Das Schöne dabei ist, dass sich Akteure aus anderen Nettetaler Stadtteilen daran beteiligen werden.
Die Idee geht – wie sehr viel auf diesem Gebiet – irgendwie zurück auf Karl-Heinz Bäumges. Der Wirt des „Alten Braukellers“ in Schaag sah sich vor einiger Zeit mit der Klage einer Kollegin konfrontiert, die Gastwirte in Schaag hielten nicht zusammen. Bäumges widerlegte das und nutzte die erste Gelegenheit, Anregungen der Kollegin aufzunehmen. Die Verbindung von Spargel mit Nettetal war schnell hergestellt, in Schaag wird das Gemüse auch angebaut. Warum also sollte man nicht mit den Bauern einen eigenen Markt entwickeln und daraus ein Fest machen? Das klappte aber nicht, so viele Bauern gibt’s rund um St. Anna nicht mehr.
So feiert Schaag
Samstag 10. Mai Der CDU-Bundestagsabgeordnete kommt zum Fassanstich kurz vor 20 Uhr. Es spielen „Saturn“ und „Colörs“. Karten gibt es für 4 im Vorverkauf im „Alten Braukeller“, Kindt 17.
Sonntag 11. Mai Um 11 Uhr übergibt Bürgermeister Wagner den neugestalteten Hubertusplatz. Es beginnt auf dem Schulhof der Bauern- und Handwerkermarkt. Aufgebaut sind zwei Aktionsbühnen.
„Aber es gibt sehr viele Gewerbetreibende“, berichtet Klaßes. Er selbst führt in Viersen einen Betrieb für Tankreinigung. Aber in Schaag lebt er, und hier fühlt er sich wohl. Und so kamen über den Umweg der Handwerker andere unternehmungslustige Geschäftsleute ins Spiel. Aus einer Idee wurde ein Konzept, das in ein Programm gegossen wurde. Doch als die ersten Verträge plötzlich unterschriftsreif auf dem Tisch lagen, trat Ernüchterung ein. Wie sollte man die Risiken einer solchen Veranstaltung und allgemein die damit verbundene Verantwortung schultern? „Das ging nur über einen Verein“, sagt Karl-Heinz Bäumges. Unter dem Namen „Wir für Schaag“ ist dieser Verein nun ins Register des Amtsgerichts eingetragen. Das wäre allerdings schief gegangen, hätte sich nicht ein Vorstand wählen lassen. Das war jene halbe Stunde von Stefan Klaßes, der ebenso wie alle anderen nie daran gedacht hatte, einmal Vereinsvorsitzender zu werden. „Ich sah einfach, dass die gute Idee mitsamt dem Konzept gescheitert wäre. Also habe ich mich nach einiger Überlegung als Vorsitzender angeboten.“
Seitdem haben die Vorbereitungen enorm an Fahrt gewonnen. Anfängliche ortsinterne Irritationen haben sich laut Klaßes und Bäumges gelegt. „Wir kommen niemandem ins Gehege und machen keinem Konkurrenz. Wir wollen das Fest organisieren, die Dorfgemeinschaft fördern und Schaag etwas Gutes tun.“ Fast alle Vereine werden sich aktiv einbringen, die Wirte sind ebenfalls dabei. Am Samstag und Pfingstsonntag, 10./11. Mai, wird auf dem Schulgelände und der Happelter Straße sowie dem umgestalteten Hubertusplatz mit Nettetal gefeiert.
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