Nettetal: Ein Geschenk für die Bürger
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 29.11.2008Nettetal (RPO). Die Abfallgebühren in der Stadt sinken zum 1. Januar kräftig. Ursache sind die Ergebnisse einer gemeinsamen Ausschreibung mit der Gemeinde Grefrath: Die Transportkosten sinken.
Pünktlich zum ersten Advent bereitet die Stadt ihren Bürgern ein unverhofftes Geschenk: Die Abfallgebühren werden im neuen Jahr kräftig sinken. Auslöser sind die Ergebnisse der gemeinsamen Ausschreibung mit der Gemeinde Grefrath und kräftig erhöhte Zahlungen des Kreises für Altpapier. Es bleibt allerdings eine Unbekannte. Der rapide Preisverfall für wieder verwertbare Abfälle könnte doch noch die Kalkulation ins Rutschen bringen. Nach der Neuausschreibung der Abfalleinsammlung in der Stadt, verbunden mit dem so genannten Ident-System, vor wenigen Wochen hatte die „Frage des Tages“ in der Rheinischen Post gelautet, ob die Bürger Vertrauen darin hätten, dass die Gebühren nachgeben. Rund 80 Prozent aller Teilnehmer hatten dies mit „Nein“ beantwortet.
Die neuen Gebühren
Pauschalgebühr Sie sinkt im Vergleich zu 2008 um 1,44 Euro (-9,2 Prozent) auf 14,16 Euro
Braune Tonne Die Gebühr sinkt um 6,72 Euro (26,4 Prozent) auf 18,72 Euro. Graue Tonne: Die Gebühr sinkt um 3,84 Euro (8,3 Prozent) auf 37,56 Euro.
Abfallsack grau Wer viel Müll produziert, zahlt drauf. Die Gebühr steigt um 30 Cent (9,8 Prozent) auf 3,35 Euro.
Abfallsack braun Der ist ab 2009 neu und kostet 2,35 Euro.
Wer trennt, wird belohnt
Für die Bürger gibt es bei Gebühren längst nur noch einen Mechanismus: Sie steigen, als sei dies ein unabänderliches Gesetz. Ob die Stadt allerdings diesen Trend nachhaltig durchbrochen hat, wird sich noch zeigen. Durch langfristig abgeschlossene Verträge hatte die Stadt in den vergangenen Jahren mehr oder minder versäumt, sich am Markt neue Preise zu holen. Jetzt bot sich diese Chance, und Nettetal gab auch dem Drängen des Kreises nach, über kommunale Grenzen hinweg mit Grefrath gemeinsam auszuschreiben.
Das Ergebnis zeigt, dass dies richtig war. Die Transportkosten schlagen mit einem Nachlass von etwa 630 000 Euro durch, wie Nettetals Müll-Guru Hans-Willy Troost (FDP) im Hauptausschuss feststellte. Die Begeisterung über das Ergebnis war im Ausschuss so groß, dass SPD-Chef Bernd Müller-Wirtz forderte, die Abfalleinsammlung müsse künftig von so vielen Gemeinden und Städten wie möglich gemeinsam ausgeschrieben werden. Dies strebt der Kreis seit geraumer Zeit bereits an. Mit dem Schritt zum neuen Ident-System, das in Grefrath und Nettetal künftig angewandt wird, könnte sich das noch verstärken. Für diese Kombination wirbt der Abfallbetrieb des Kreises, aber viele Gemeinden zögern noch. „Jeder hat das beste Abfallsystem in den vergangenen Jahrzehnten für seine Gemeinde entwickelt. Das wollen wir gar nicht bestreiten“, erklärt der Leiter des Abfallbetriebs, Hartmut Kropp. Aber eine abgestimmte Vereinheitlichung werde die Bürger kräftig entlasten, sagt er. Doch bisher gehen Bürgermeister und Räte Sonderwege. In Nettetal dürfen sich die Bürger jedenfalls über den Schritt ihres Rates zur Zusammenarbeit mit Grefrath freuen. In der Laufzeit des neuen Entsorgungsvertrages werden sie Jahr für Jahr um 630 000 Euro entlastet. Der neue Müll-Chip wird erst ab 2010 aktiviert. „Wer sorgsam trennt und Abfall vermeidet, wird dann noch einmal zusätzlich belohnt“, sagt Guido Gahlings (Grüne).
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