Nettetal: Ein Sarong für Walter Tillmann
VON INGE VON DEN BRUCK - zuletzt aktualisiert: 10.05.2011Nettetal (RPO). Traditionelle und moderne Batik gibt es ab sofort im Textilmuseum "Die Scheune" zu sehen.Zur Saisoneröffnung ging es dank der Künstler Rudolf Smend und Martina Breyer farbenfroh zu.
Walter Tillmann, Vater des Nettetaler Textilmuseums "Die Scheune", hatte sich für die Saisoneröffnung herausgeputzt. Passend zur Batik-Ausstellung trug er einen echten Batik-Sarong. Der Männerrock, der aus einer zusammengenähten Stoffbahn besteht, war in Südasien weit verbreitet. Ein mit Goldplättchen verzierter Sarong war in Indonesien nur dem Sultan und seiner Familie vorbehalten. Auch NetteAgentur-Mitarbeiterin Birgit Lienen war von einem Batik-Sarong aus Indonesien umhüllt. Im Textilmuseum sind diese aufwendig in Handarbeit erstellten Batik-Arbeiten noch bis zum 17. Juli zu sehen. Mehr als hundert Jahre alte Tücher, Hemden, Schals und Tischdecken sind in Vitrinen zu bewundern, die Ausstellungsstücke haben alle einen enormen Wert und sind so nicht mehr herzustellen.
Batik in Deutschland
Bis 1911 gehörten Batiken in Deutschland zu den Luxusgegenständen. Heute kennt man echte Batik kaum noch. Nur wenige Künstlerinnen, wie Martina Breyer aus Berlin, entdeckten die Batik-Technik.
Früher wurde mit Hilfe kleiner Wachskännchen flüssiges Wachs auf das Gewebe aufgetragen und anschließend in ein Farbband getaucht. Die nicht mit Wachs bedeckten Bereiche nahmen die Farbe nicht an. Mit der Einführung des Batikstiftes änderte sich die Technik schlagartig.
Ein kulturelles Phänomen
Textilkünstler Rudolf Smend aus Köln, war zahlreiche Male in Indonesien und lernte dort die Batik-Kunst kennen und lieben. Er hat in seiner Kölner Galerie eine Sammlung traditioneller Batik angelegt, deren Teile jetzt im Textilmuseum "Die Scheune" zu sehen sind. "Die javanische Batik ist ein kulturelles Phänomen, in der westlichen Textiltradition gibt es dazu kein Pedant", so Textilingenieur Tillmann.
Die Batiken zeigen die komplexe Geschichte Javas unter den Einflüssen des Buddhismus, Hinduismus und dem heutigen Islam. So entstand ein buntes Mosaik kultureller Tradition. Seit Oktober 2009 gehört die Kunst der handgemachten Batik aus Indonesien zum "lebendigem Weltkulturerbe" der Unesco. Die Batikkunst auf der Insel Java gibt es seit über tausend Jahren.
Kombiniert wird die Ausstellung durch Batik-Kunst der heutigen Zeit von der Berlinerin Martina Breyer. In den Räumlichkeiten der neu eröffneten Textilwerkstatt werden künftig vielseitige Veranstaltungen angeboten. So findet am 25. und 26. Juni ein Batik-Workshop statt.
Anmeldungen bei der NetteAgentur, Birgit Lienen, Telefon 02153/9588-14 oder Mail an netteagentur@nettetal.de
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