Nettetal: "Eine einmalige Leistung"
VON PHILIPP PETERS - zuletzt aktualisiert: 07.09.2009Nettetal (RPO). 1350 Kilometer haben Else und Martin Bayer in den vergangenen 28 Tagen auf ihrem Heimweg von Elk nach Nettetal zurückgelegt. Gestern empfingen zahlreiche Schaulustige das Läuferehepaar am Rathaus.
"Geschafft" ruft Martin Bayer, nachdem er mit seiner Frau Else am Nettetaler Rathaus unter großem Applaus zu Fuß aus der polnischen Partnerstadt Elk angekommen ist. Auf das Ehepaar haben zahlreiche Schaulustige am Rathaus gewartet. Schon gegen 6 Uhr morgens hatten sich in Krefeld eine erste Laufgruppe den beiden angeschlossen um mit ihnen die letzte Etappe zurück zu legen. In Dornbusch gesellten sich weitere Freiwillige hinzu, so dass am Rathaus gute 50 Läufer ankamen.
Urkunde als Erinnerung
Bürgermeister Christian Wagner war der erste Gratulant am Rathaus und überreichte dem Paar eine Urkunde zur Erinnerung. "Sie haben eine wirklich einmalige Leistung gezeigt und einen großen Beitrag für die Städtepartnerschaft zwischen Nettetal und Elk geleistet."
Unterwegs
Länge 1350 Kilometer legte das Paar insgesamt von polnischen Elk nach Nettetal zurück.
Pause Ein Ruhetag in 28 Tagen legten Martin und Else Bayer ein.
Ablauf 6 Uhr war immer die Startzeit, nach etwa 7 km und etwa eineinhalb Stunden gab es dann Frühstück an der Strecke und alle 5 bis 7 km kleinere Pausen.
Anschließend ging es in den Ratssaal, wo die vielen Zuschauer abwechselnd Tanzeinlagen der Tanzgarde Blau-Weiß sowie Musik des Jägerbläsercorps Krickenbeck geboten bekamen. Währenddessen hatten sich die Bayers ans Podium begeben, an dem sie zur Stärkung erst einmal eine Suppe mit Brötchen und ein kühles Bier genossen. Als erstes dankte Martin Bayer vor allem den vier Begleitern die sich auf der Tour Begleitet haben. "Ohne sie wäre unser Lauf sicherlich gescheitert" meinte Bayer. "Hut ab." 80 Prozent der Strecke legte das Ehepaar im zügigen Schritt zurück. 28 Tage waren die beiden unterwegs, und legten im Schnitt 46 Kilometer pro Tag zurückzulegen.
Else Bayer war einfach nur noch froh, angekommen zu sein. "Ich freue mich vor allem auf meine Badewanne und eine Ganzkörpermassage, nur wer gibt dies mir?" fragte sie, während der gesamte Saal lachte. Ihren schwersten Tag habe sie am Donnerstag gehabt. "Der Sturm kam immer von vorne, da hab ich gedacht das schaffst du nicht mehr." Doch nach einer Nacht die schon um 18 Uhr begann und bis um 6 Uhr am nächsten Morgen ging, hatte Else Bayer wieder Kraft für den Rest.
Aus Elk hatten sich Vertreter angekündigt, doch aufgrund von Ferien in Polen fand sich keiner, der nach Nettetal kommen konnte. Am Ende würdigten die Polen die große Ausdauer des Ehepaars in einem schriftlichen Gruß. Für den prima Empfang würde Martin Bayer das Ganze noch einmal machen, aber auch wegen der tollen menschlichen Erfahrungen. "An einigen Tagen wussten wir morgens nicht, wo wir schlafen sollten. Da hat die Hilfe der Menschen auf dem Weg immer wieder gut getan", so Martin Bayer.
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