Nettetal: Engagierte Projektarbeit
VON GERT HOLTMEYER - zuletzt aktualisiert: 14.12.2010Nettetal (RPO). Die Sängerwerkstatt der Kreismusikschule hatte sich mit Wolfgang Amadeus Mozarts "Zauberflöte" viel vorgenommen. In der gut besetzten Werner-Jaeger-Halle in Lobberich kam es immer wieder zu Szenenapplaus.
Gut gefüllt waren die Reihen der Werner-Jaeger-Halle in Lobberich bei der Aufführung der Mozart-Oper "Die Zauberflöte". Viel Arbeit und Mühe hatte die Sängerwerkstatt der Kreismusikschule Viersen in ein anspruchsvolles Projekt investiert, um diese beliebte, musikalisch überaus reizvolle Oper zur Aufführung zu bringen. Dass dazu viel Idealismus erforderlich ist, ist ebenso klar wie die Tatsache, dass die finanziellen und die organisatorischen Möglichkeiten begrenzt sind. Natürlich kann da kein Opernorchester aufgeboten werden. Aber wozu gibt es schließlich Klavierauszüge?
Konzentrierte Spielfreude
Zwei versierte Pianisten, Florian Fleischmann und Thomas Hinz, führten die Gesangssolisten ebenso wie die Ensembles sicher durch die nicht unerheblichen Schwierigkeiten. Dass die Ouvertüre mit zwei Klavieren etwas blass instrumentiert war, wurde in Kauf genommen. Dabei sorgte die Regie allerdings geschickt für eine optische Abwechslung, indem vorweg alle Mitwirkenden nacheinander vor dem Vorhang defilierten. Auch als sich der Vorhang hob, war mit einem ansprechenden Bühnenbild (Elgin Lorscheidt) für die Optik gesorgt. Für die Regie zeichnete ein Team unter der Gesamtleitung von Klaus-Jürgen Küper verantwortlich. Es verdient Anerkennung, dass das Geschehen auf der Bühne zügig und schlackenlos ablief. Alle Mitwirkenden waren konzentriert und mit viel Freude am Spiel bei der Sache.
Sängerwerkstatt
Aufgaben Gesangunterricht ist die Hauptaufgabe der von Klaus-Jürgen Küper geleiteten Sängerwerkstatt. Aber auch Darstellung und Ensemblearbeit werden vermittelt. Regie und Korrepetition sind Aufgabe eines Teams.
Alter Der jüngste Teilnehmer der Sängerwerkstatt ist fünf, der älteste 76 Jahre alt.
Berufe Unter den Sängern sind Ärzte, Lehrer, Außendienstmitarbeiter, Hausfrauen, eine Ingenieurin und eine Energieberaterin.
Die Solopartien sind ohne Zweifel schwierig zu singen, und man hat im Laufe der Zeit in manchem Stadttheater wahrnehmen müssen, dass selbst professionelle Sänger sich damit sehr schwertun. So überraschte es auch nicht, dass bei einer Aufführung mit Amateuren die Leistungen sehr unterschiedlich ausfielen. Dass dabei einige Sangesfreunde hoffnungslos überfordert waren, ließ sich leider nicht überhören, soll aber nicht weiter thematisiert werden. Um so mehr verdient hervorgehoben werden, dass sich zwei Ensemblemitglieder durch beachtliche Leistungen auszeichneten.
Die Darstellerin der Pamina, Patricia Maria de Miguel, begeisterte durch stimmliche Leistungen, die auch professionellen Maßstäben standhalten. Auch darstellerisch zeigte sie Geschick, dazu verfügt sie über eine sympathische Ausstrahlung. Als talentierter Komödiant bewährte sich Fabian Thiel. Der temperamentvolle Papageno-Darsteller verfügt zweifellos über eine ebenso bewegliche wie tragfähige Stimme. Engagiert waren auch die Darsteller der weiteren Haupt- und Nebenrollen bei der Sache. Für die Aufgaben des Männerchores konnte "Amicitia Bracht" gewonnen werden. Das Publikum spürte die intensive Arbeit, die in dieser Aufführung steckte und erkannte sie immer wieder mit freundlichem Szenenapplaus an. Eine zweite Aufführung mit anderer Besetzung ist für den 12. Februar in der Festhalle Viersen geplant.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


