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Nettetal: Ernsthafter Interessent fürs Hertie-Haus

VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 07.10.2009

Nettetal (RPO). Für die ehemalige Hertie-Immobilie in Lobberich gibt es einen ernsthaften Interessenten. Das bestätigte Stadtsprecher Christoph Kamps auf Anfrage. "Die Verhandlungen laufen, es gibt Hoffnung", so Kamps. Der Werbering Lobberich und die städtische Wirtschaftsförderung wollen in der Zwischenzeit verhindern, dass das Areal zur toten Ecke der Innenstadt wird. Deshalb planen sie, die Schaufenster des ehemaligen Kaufhauses zu dekorieren und zu gestalten.

Kehrt bald neues Leben ins ehemalige Hertie-Haus in Lobberich ein?  Foto: RPO
Kehrt bald neues Leben ins ehemalige Hertie-Haus in Lobberich ein? Foto: RPO

"Leerstände sind nie gut", sagte Werberingvorsitzender Norbert Backes auf Anfrage. "Es geht blitzschnell, dass Ecken von Innenstadtbesuchern ausgeschlossen werden." Genau das befürchten die Geschäftsleute und die Wirtschaftsförderung für den Bereich des ehemaligen Kaufhauses und wollen deshalb aktiv werden.

Wann sie ihre Pläne in die Tat umsetzen können, steht allerdings noch in den Sternen. Grundsätzlich, so Backes, habe die britische Firma Dawnay Day, der die Immobilie gehört, grünes Licht für die Deko-Pläne gegeben. Ins Haus rein kommt derzeit aber niemand. Die Schlüssel liegen irgendwo in Europa, auf jeden Fall nicht in Lobberich. "Die Gespräche sind zäh", so Backes. Die Immobilienbesitzer reagierten auf Anfragen genauso wie zu Hertie-Zeiten: träge.

30 Meter Schaufensterfläche starren den Passanten derzeit wie leere Höhlen entgegen. Das bedeutet viel Gestaltungsarbeit, die der Lobbericher Werbering gern auf möglichst viele Schultern verteilen will. "Wir möchten auch andere Nettetaler Werbegemeinschaften und Vereine für die Dekoration der Schaufenster gewinnen", so Norbert Backes. Im ehemaligen Hertie-Gebäude sollen sie sich und ihr Angebot Ortsteil übergreifend präsentieren können – so weit die Idee des Wirtschaftsförderers und der Geschäftsleute.

So sieht's anderswo aus

Während in Nettetal noch über Dekorationsideen gebrütet wird, ist man in anderen Städten schon weiter. An vielen ehemaligen Hertie-Standorten geht die Vermarktung der Immobilien gut voran. In Erkrath hat die in Bergisch-Gladbach ansässige Hahn-Gruppe das Gebäude gekauft. Ein Fachmarktzentrum soll entstehen. In Mettmann wollen Investoren aus Bonn das ehemalige Hertie-Haus zu einem modernen und hochwertigen Einkaufszentrum umbauen. Schon Anfang 2010 beginnen die Umbauten. Auch im westfälischen Lemgo steht die Folgenutzung fest: C&A und Intersport teilen sich das Gebäude. Verhandlungen laufen für drei ehemaligen Hertie-Filialen in den Essener Stadtteilen Altenessen, Borbeck, Steele. Ein Vorkaufvertrag ist bislang lediglich für das Haus im Stadtteil Rüttenscheid geschlossen worden. In Geldern soll dieser Tage die Entscheidung fallen, welcher der beiden Interessenten zum Zuge kommt.

Mit der Vermarktung schwer tut man sich anderenorts: In Gelsenkirchen-Buer fand sich bislang nur ein vorübergehender Nachmieter. Ein niederländisches Unternehmen verkauft hier bis Ende des Jahres Weihnachtsartikel. In Husum gingen für die drei verbliebenden Pächter im Gebäude Anfang des Monats gar die Lichter aus. Die dortigen Stadtwerke kappten die Versorgung. Der Eigentümer der Immobilie habe für die Zeit nach der Kaufhausschließung keinen neuen Stromlieferenten benannt, hieß es. Alle Versuche, mit dem Verwalter in Verbindung zu treten, seien gescheitert. FRAGE DES TAGES

Quelle: RP

 
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