Nettetal: Ernte frisch aus der Natur
VON PHILIPP PETERS - zuletzt aktualisiert: 18.10.2010Nettetal (RPO). Obst und Säfte aus Streuobstwiesen ziehen beim Erntedankfest auf dem Naturschutzhof die Besucher magisch an. Gestern gab es dazu wieder ein Programm für Kinder und Infos für Naturliebhaber.
Autos parken entlang der gesamten Straße Sassenfeld. Vom Wittsee bis zur Sekretis steht die abgestellte Blechschlange, es ist kaum ein Durchkommen. Wenn auf dem Naturschutzhof des Naturschutzbundes Erntedank gefeiert wird, gibt es mittlerweile kein Halten mehr: Zu Hunderten strömen die Menschen nach Lobberich. Und selbst der Milchlaster einer großen Molkerei hat Schwierigkeiten, sich durchzuschlagen zu einem Hof.
Seit Jahren schließt der Naturschutzhof die Saison offiziell mit dem Erntedankfest ab. Die Ernte von den Streuobstwiesen wird zum Verkauf angeboten – ob als Obst oder auch bereits zu Saft verarbeitet. Und der Rundgang auf dem Gelände lohnt sowieso immer. Im Lauf des gestrigen Tages gab es Beratungen, Vorträge, einen Gottesdienst und sehr viel Neues zu bewundern.
Essen und Trinken
Säfte Neben frischem Obst wurden auch Säfte aus verschiedenen Obstsorten wie Rhabarber, Aronia oder Apfel verkauft. Aber auch selbstgemachter Cidre, edel abgefüllt wie Sekt.
Stockbrotteig Mehl, Hefe, Wasser und Salz zu einem Teig verrühren, bis er nicht mehr klebt. Dann auf einen Stock wickeln und über heißer Glut backen. Auch mit einem Holzkohlegrill möglich.
Es wundert schon ein wenig, dass auf dem Naturschutzhof von den Menschenmassen, die da per Auto und Fahrrad gekommen sind, wenig zu spüren ist. Nach leichtem Gedränge am Eingang hat der Besucher sogar viele Stellen des Hofes für sich alleine.
Kleine Pilzkunde
In der Hütte am Eingang steht Hans Bender vor einem großen Holzkasten mit Pilzen. Ein älterer Mann fragt, ob man alle Baumpilze essen könne, wie man erzähle. "Man kann alle Pilze essen, manche aber nur einmal", antwortet Bender schelmisch. Dann aber klärt er Zuhörer über Pilzarten auf. Unter einer Lupe zeigt er dem Fragenden millimetergroße Pilze.
Bender kommt aus Mönchengladbach und erfasst rund um seine Heimatstadt Pilze. "Angefangen hab ich nach einer Kur, weil ich da viele Pilze gesehen habe. Dann habe ich mir ein Buch gekauft. Inzwischen sammle ich keine Speisepilze mehr, ich erfasse Pilze jeglicher Art." Die Baumpilze in seinem Kasten sind übrigens alle nicht essbar.
Der kleine Teich ist ein Ort der Stille. Hier kann man abseits vom Betrieb alleine verweilen. Draußen steuern Familien mit kleinen Kindern geradewegs das bunte Zelt an der Strohballenhütte an. Die Kleinen können sich schminken lassen. Es riecht nach Feuer. An einem Grill backen Kinder Stockbrot – immer wieder ein Magnet. Daneben werden im Lehmbackofen Pizzen aus dunklem Vollkornteig im Akkord gebacken.
Die Menschen warten in der langen Schlange. "Papa, komm mal", ruft ein Junge am Schminkstand. Der Vater winkt ab. "Wenn ich komme, gibt's keine Pizza", ruft er. Auf der Terrasse der Strohballenhütte haben ein paar Glückliche Sitzplätze und Pizzen ergattert. "Sie ist köstlich, der Teig ist fantastisch", berichtet eine Frau genießerisch. "Die Soße ist auch Lecker", pflichtet ihre Begleiterin bei. Im Ausstellungsraum basteln Kinder Zauberstäbe aus Weidenruten und bunt gefärbter Schafswolle, die sie um die Ruten wickeln. FRAGE DES TAGES
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