Nettetal: Erste Hilfe für Flutopfer in Pakistan
VON DOMINIQUE SCHROLLER - zuletzt aktualisiert: 25.08.2010Nettetal (RPO). Die Nettetaler Hilfsorganisation Human Plus engagiert sich für die Menschen in Pakistan. Lebensmittel, Decken und Trinkwasser hat der Vorstand bereits in die Krisenregion ausfliegen lassen.
Die Monsunfluten in Pakistan haben Millionen Menschen obdachlos gemacht. Die internationalen Hilfsgüter kommen jedoch nur schleppend bei den Betroffenen an. "Das liegt vor allem an mangelnder Organisation und fehlender Infrastruktur. Das Land hat auch nicht die Ressourcen, um eine solche humanitäre Katastrophe aufzufangen", sagt Anestis Ioannidis, Vorsitzender von Human Plus.
Die Nettetaler Hilfsorganisation hat sich als eine der ersten in der Krisenregion engagiert. Auf Bitten der pakistanischen Botschaft hat der Vorstand aus Spendenmitteln und mit Unterstützung von Partnerunternehmen Lebensmittel, Decken, Kleidung, Hygieneartikel und Trinkwasservorräte zusammen gestellt und mit Lkw zum Frankfurter Flughafen gebracht. Von dort hat die staatliche Fluggesellschaft bereits zwölf Tonnen der Hilfsgüter in das Überschwemmungsgebiet ausgeflogen.
Human Plus
Die Hilfsorganisation Human Plus besteht seit 1997. Sie hat in den vergangenen Jahren Projekte in aller Welt unterstützt.Er hilft vor allem notleidenden Kindern und Jugendlichen. Zuletzt war die Organisation in Haiti im Einsatz.
Um in Pakistan langfristig helfen zu können, ist Human Plus dringend auf Spenden angewiesen. Kontakt: Tel. 02153/1397262.
Eigenes Personal hat Human plus nicht nach Pakistan entsandt. "Wir haben keine Transportmöglichkeiten vor Ort und könnten unsere Lieferungen dort nicht selbst verteilen", betont Anestis Ioannidis. Er vertraut darauf, dass die Regierung die Hilfsgüter zügig zu den Bedürftigen bringt. Einen Teil der Lieferungen hat Ioannidis bereits in den Fernsehnachrichten gesehen.
"Wir haben darüber hinaus aber auch Politiker und Diplomaten gebeten, Nachforschungen anzustellen und uns Bildmaterial zukommen zu lassen." Unterdessen arbeitet der Vorstand unermüdlich an weiteren Transporten.
"Wir haben bereits 20 bis 30 Tonnen Hilfsgüter organisiert und hoffen darauf, dass am Wochenende die nächste Lieferung abfliegen kann." Aus Kapazitäts- und Kostengründen muss Human Plus die Lieferungen portionieren, so dass die Spenden erst nach und nach in der Krisenregion ankommen.
Anestis Ioannidis hat inzwischen die Zusicherung bekommen, dass die Nato einen Teil der Hilfsgüter vom Stützpunkt Geilenkirchen aus in die Katastrophenregion fliegen wird. "Das geht schneller und ist für uns günstiger. Denn während die Nato die gesammelten Güter kostenlos mitnimmt, müssen wir die übrigen Transportkosten selbst tragen", berichtet Anestis Ioannidis.
Er bittet daher dringend um Spenden, damit seine Organisation den Menschen in Pakistan auch langfristig helfen kann. "Sie haben alles verloren. Da gibt es weit und breit nichts mehr, alles steht unter Wasser." Der Human-Plus-Vorsitzende appelliert auch an die europäischen Regierungen, politische Vorbehalte in den Hintergrund treten zu lassen und den Blick auf die Menschen zu richten.
"Die Hilfe läuft viel zu langsam an." Den Grund dafür sieht Ioannidis darin, dass die Katastrophe sich im Zeitlupentempo entwickelt habe. Das ganze Ausmaß sei nicht von der ersten Minute an sichtbar gewesen. "Viele haben wohl gedacht, das Wasser geht zurück und der Alltag geht weiter, doch so ist es nicht." Er sieht sich mit seiner Organisation verpflichtet, den Menschen zu helfen, denen die Monsunfluten alles genommen haben.
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