Nettetal: Es geht um die Existenz
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 05.04.2008Nettetal (RPO). Mehrere Geschäftsleute wehren sich gegen die geplante Verkehrsführung für die Breyeller Straße in Lobberich. Dort sollen zahlreiche Parkplätze auf der Straße selbst wegfallen. Was für den künftigen „Kaufland“-Komplex gut wäre, könnte ihnen wirtschaftlichen Schaden zufügen.
Für Peter Kempkes und Ernst Göbbels geht es um die Existenz. Der Metzger- und der Bäckermeister fürchten, dass die veränderte Verkehrsführung an der Breyeller Straße ihnen demnächst die Geschäfte kaputt machen wird. Im Zuge der „Kaufland“-Ansiedlung an der Johannes-Cleven-Straße soll die obere Breyeller Straße für Verkehr in beide Richtungen geöffnet werden.
„Das ist ein Zugeständnis an Kaufland, das uns teuer zu stehen kommt“, sagt Kempkes. Auf dem Hölter- und Longlifegelände zwischen Breyeller und von-Bocholtz-Straße plant Investor Ten Brinke den Bau eines neuen Geschäftszentrums. Von der Breyeller Straße aus soll die Zufahrt zu einem Parkdeck gebaut werden – gleich neben der Metzgerei Kempkes.
So geht es weiter
Verfahren Ende vergangener Woche endete die Frist, Bedenken und Anregungen zum Plan im Rathaus vorzubringen. Kempkes und Göbbels haben eine andere Verkehrsplanung eingereicht.
Ausschuss Im Rathaus werden alle Eingaben jetzt mit den Gutachtern analysiert. Dann werden Handlungsempfehlungen Sitzung des Planungsausschusses am 29. Mai entwickelt.
Mit dem Auto einkaufen
„Wir leben zu einem sehr hohen Prozentsatz von Kunden, die mit dem Auto vorfahren, schnell etwas einkaufen und wieder weg sind“, erläutert Ernst Göbbels. Wird die Breyeller Straße auf diesem Abschnitt (bis etwa zur Einmündung Friedhofstraße) für Verkehr in beide Richtungen geöffnet, dann fallen die Parkmöglichkeiten an beiden Straßenseiten weg.
Für die Geschäftsleute – auch der hier ansässige türkische Lebensmittelhändler wehrt sich gegen die Pläne der Stadt – ist es ein schwacher Trost, dass die Stadt neue Parkplätze schaffen will. Geplant sind sie in der Johannes-Cleven-Straße und auf dem heutigen Ausstellungsgelände von Hölter. „An der Breyeller Straße soll ein neues Geschäftshaus gebaut werden. Es liegt doch auf der Hand, dass der Parkplatz dahinter im wesentlichen von den Mitarbeitern und eventuellen Bewohnern dauerhaft blockiert wird“, meint Kempkes. Heute schon hat er im Morgengrauen Probleme, an der Metzgerei einen Parkplatz für sich selbst zu finden. „Der Parkdruck schwappt von der Hochstraße aus herüber“, hat der Metzgermeister beobachtet.
Für die Geschäftsleute steht sehr viel auf dem Spiel. „Wir lehnen Kaufland nicht ab, mit solchen Veränderungen muss sich ein Geschäftsmann arrangieren“, beteuert Göbbels. Aber er erwarte gleiche Bedingungen für alle Gewerbetreibenden. Dazu gehörten auch die Kundenparkplätze für den kleinen Einzelhandel. „Verlieren wir die von den Gutachtern durchschnittlich prognostizierten sieben Prozent im Umsatz, kostet das mindestens einen Arbeitsplatz“, sagt Annemarie Kempkes. Völlig überrascht hat die Geschäftsleute, dass eine Unterschriftenliste in Lobberich auf enorme Resonanz gestoßen ist. Etwa 800 Bürger haben bereits spontan ihre Solidarität mit dem Einzelhandel bekundet.
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