Nettetal: Esch baut für Aldi
VON MANFRED MEIS - zuletzt aktualisiert: 14.07.2010Nettetal (RPO). Wenn die Familie Esch ihren neuen Supermarkt fertig gestellt hat, errichtet sie auch für den Discounter Aldi auf ihrem Gelände an der Straße Rosental einen Neubau. Dazwischen liegen 165 Parkplätze.
Die derzeit hohen Temperaturen wären ideal geeignet, das Heiz- und Kühlsystem des neuen Supermarktes zu erproben, doch noch sind die Solarzellen auf dem riesigen Dach nicht montiert. "Der Winter hat uns einen Strich durch die Planung gemacht, die Kälte hat uns fast drei Monate gekostet", begründet Christian Esch die Verzögerung. Denn der Frost verhinderte, dass der Kellerraum des ehemaligen Möbelhauses Esch zügig mit dem recycelten Bauschutt aufgefüllt werden konnte. Doch Mitte November werde alles fertig sein, versichert Esch.
Der Kelleraum des Möbelhauses war ab Mitte der 1960er Jahre der erste Lebensmittelmarkt, mit dem Theodor und Gertrud Esch ihren Handel mit Elektro- und Phongeräten sowie Möbeln erweiterten. Der Bereich am Rosental wurde zur kleinen Einkaufsstadt, als Esch dann Anfang der 1970er Jahre einen Lebensmittelmarkt westlich des Möbelhauses und der Tankstelle eröffnete. Er verfügt über eine respektable Verkaufsfläche von 1.650 m², an die die Supermärkte in der Innenstadt nicht herankamen.
Familienbetrieb
Esch In den Nachkriegsjahren begannen Theodor und Gertrud Esch mit der Herstellung und dem Vertrieb von Heizwiderständen, aus denen dann der Elektro- und Phono-Groß- und Einzelhandel wurde.
Erweiterung In den 1960er-Jahren entstand ebenfalls im Rosental ein Möbelhaus mit einer Lebensmittelabteilung im Keller; dafür wurde dann ein Neubau errichtet. Konsolidierung Das Möbelhaus wurde in den 1990er Jahren an Möbel Busch verpachtet und nach Ablauf des Mietvertrages aufgegeben. Aus Brüggen hat sich Esch zurückgezogen; heute führt Rewe den Markt. Der Elektromarkt wurde vor einigen Jahren verpachtet..
Der neue Markt wird ebenfalls 1.650 m² Verkaufsfläche haben, doch stehen noch weitere 600 m² Nutzfläche für Lager-, Kühl- und Verwaltungsräume zur Verfügung. "Wir können die organisatorischen Abläufe wesentlich verbessern und setzten die Energie so nutzbringend ein, dass wir die Abluft der Kühlmöbel für die Wärmegewinnung nutzen", erläutert Esch. Weil der Strom auf dem Dach erzeugt wird, hat man auf einen Gasanschluss verzichtet. Esch ist zuversichtlich, "dass wir für die nächsten 20 Jahre gut gerüstet sind". Das fachliche Rüstzeug holte sich der nun 24 Jahre alte Enkel des Firmengründers durch eine umfassende Trainee-Ausbildung bei Rewe mit dem Abschluss Handelsdachwirt; Deutschlands größter Lebensmittelhändler ist beim Trockensortiment auch einer der wichtigsten Lieferanten von Esch.
Nach dem Umzug wird der jetzige Markt abgebrochen, denn an den westlichen Rand des Geländes kommt ein neuer Aldi-Markt, mit 799 m² Verkaufsfläche rund 130 m² größer als der jetzige gegenüber an der Wevelinghover Straße. Er soll im Juli/August 2011 fertig sein. Zwischen den beiden Märkten sind dann Stellflächen für 165 Autos ausgewiesen. Nach den bisherigen Erfahrungen hat Esch keine Berührungsängste mit Aldi. "Wir setzten künftig noch stärker auf Frischeprodukte. Prunkstücke sind die Metzgerei, die Gemüseabteilung und die Käsetheke." Zu den 37 Mitarbeitern gehören auch zwei Metzgermeister. Im neuen Markt sind Lotto/Zeitschriften Wersch und die Bäckerei Stinges (Brüggen) vertreten; letztere erweitert um ein Café und bietet auch sonntags Brötchen an. Die gesamte Investitionssumme liegt bei über 5 Millionen Euro, denn "wir bauen für die Zukunft".
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