Nettetal: Esch geht in die Offensive
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 24.11.2010Nettetal (RPO). Der Lebensmittel- und Getränkemarkt im Lobbericher Norden hat neu gebaut und das Sortiment erweitert. Im Mittelpunkt stehen Frische und Qualität, doch will Christian Esch die Balance bei günstigen Angeboten halten.
Christian Esch hat die Herausforderung angenommen. Der Lobbericher eröffnete vor wenigen Tagen den neuen Supermarkt im Rosental. Er tritt damit in die Fußstapfen seiner Großeltern Theodor und Gertrud Esch, die vor mehr als 60 Jahren das Geschäft im Norden Lobberichs begründeten.
Die Ausgangslage ist heute ungleich komplizierter. In der Lobbericher Innenstadt wird mit Macht an einem neuen Einkaufszentrum gebaut. Der Lebensmittel-Discounter Kaufland bildet den Mittelpunkt eines Zentrums, in dem sich weitere Filialisten niederlassen werden. Christian Esch ist überzeugt, dass das Konzept seines Geschäftes in weiterhin enger Symbiose mit dem Aldi-Markt dazu einen Gegenpol setzt und Kunden binden wird.
Esch in Lobberich
Verkaufsfläche 1650 m2 für Lebensmittel und Getränke sowie Shop-in-Shop mit Landbäckerei Stinges und Lotto-Toto Wersch.
Mitarbeiter Christian Esch beschäftigt insgesamt 35 Mitarbeiter im Rosental, die montags bis samstags von 7 bis 22 Uhr Kunden bedienen, inklusive Lieferservice.
Parkplätze Zurzeit etwa 100, später mit Aldi etwa 160 Stellplätze.
Auf 1650 m2 Verkaufsfläche hat Esch im Neubau den Lebensmittel- und Getränkehandel zusammengefasst, der bisher auf dem Gelände verteilt war. Akzente setzt Esch im Frischesortiment mit Obst und Gemüse, Fleischwaren, Käse und einer vergrößerten Weinabteilung. Zwar liefert Rewe einen großen Teil der Ware weiterhin nach Lobberich, doch hat Christian Esch gerade im ambitionierteren Sortiment direkte Lieferanten verpflichtet – einige von ihnen direkt aus Nettetal und nächster Umgebung. Den Wein bezieht er über eine Winzergenossenschaft, die ihm Vielfalt und Qualität garantiert.
Das erweiterte Sortiment präsentiert Esch sehr übersichtlich. Der Lobbericher hat sich auch im Ausland Konzepte angeschaut und den Trend übernommen, niedrigere Regale aufzubauen. "Das macht den Supermarkt übersichtlicher, die Kunden finden sehr viel schneller, was sie gezielt suchen", erklärt er. Nur im Zentrum hat er die Regale auf die üblichen 1,80 bis 1,90 m aufgebaut, weil er sonst zu viel Angebotsfläche verloren hätte.
Familiär, persönlich und freundlich soll das Geschäft auf die Kunden wirken und sich damit absetzen von der kalten Anonymität des reinen Preiskampfes. Christian Esch gibt sich keiner Illusion hin: Ein Laden wie Kaufland wird auch Markenware zu so niedrigen Preisen anbieten, dass er da nicht mithalten kann. Er geht einen anderen Weg: Er mischt qualitativ hochwertige Ware mit Discountsortiment. "Viele Kunden sind nicht nur bereit, für gute Lebensmittel mehr Geld zu zahlen. Sie hinterfragen zunehmend, was sie kaufen. Der bewusstere Umgang mit Lebensmitteln ist spürbar geworden", sagt er.
Mit dem vergrößerten Geschäft geht Esch mittelfristig auch neue Wege. Schon jetzt führt er den Lieferservice fort. Nicht wenige Kunden bestellen Waren telefonisch, per Fax oder E-Mail und lasen sich beliefern. Er will die Serviceleistungen in nächster Zeit noch ausbauen. "Die Gesellschaft ändert sich, damit auch ihre Ansprüche. Wir wollen möglichst flexibel darauf reagieren." Dazu gehört die offensive Auseinandersetzung mit dem Internet. An einen Onlineshop denkt Christian Esch noch nicht. Der mitunter extrem schnelle Wechsel im Sortiment sowie auch häufig sich ändernde Preise machen dies nach seinen Angaben im Augenblick eher nicht sinnvoll. Aber er will Newsletter entwickeln und Kunden über Preise und Angebote unterrichten.
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