Nettetal: Familien akzeptieren Besuchsdienst
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 21.10.2009Nettetal (RPO). 31 junge Nettetaler Familien hat Barbara Behle vom Kreisjugendamt in den ersten beiden Monaten nach dem Start des Familienbesuchsdienstes getroffen. Drei Familien hatten den Besuch abgelehnt. Diese Fakten nannte Werner Thiel vom Kreisjugendamt in der Sitzung des Nettetaler Schulausschusses. "Das ist eine sehr gute Quote", sagte er. Das Angebot werde gut angenommen. 91 Prozent der Nettetaler Eltern seien somit erreicht worden.
Barbara Behle besucht die Familien rund sechs Wochen nach der Geburt des Kindes. "Es handelt sich um Gespräche von Mutter zu Mutter", beschrieb Thiel die Atmosphäre, in der die Amtsbesuche verlaufen. "Natürlich ist die Intensität des Besuchs größer, wenn es sich für die Eltern um das erste Kind handelt." Themen seien in der Regel das Elterngeld und Fragen zu dessen Beantragung, zum Stillen und Impfen, zur Kinderbetreuung und Gespräche über die kindliche Entwicklung. Alleinerziehende erhielten Informationen über Regelungen zur Beistandschaft und zum Unterhaltsvorschuss. Nach den Gesprächen seien auch Kontakte zum Allgemeinen Sozialen Dienst vermittelt worden.
"Das ist eine sinnvolle Hilfe", sagte der Jugendamtsmitarbeiter über den neuen Familienbesuchsdienst. Er sei eine große Bereicherung bei der Prävention und ein Baustein von mehreren. Thiel bezeichnete die Altersgruppe der bis zu Zweijährigen als "kritischsten Bereich" für die Kinder, wenn in Familien etwas schief läuft. In der Regel ist Barbara Behles Besuch in einer Familie einmalig. "In Einzelfällen findet auch ein weiterer Besuch statt."
Präventive Angebote würden generell von Eltern auf dem Land gut angenommen, sagte der Experte. In Großstädten wie Duisburg sei das anders. "Dort gibt es hohe Fehlzahlen."
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