Nettetal: Fast alle für Wagner
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 31.10.2008Nettetal (RPO). Nettetals CDU will wieder mit dem amtierenden Bürgermeister in den Kommunalwahlkampf ziehen. Fraktionschef Günter Werner führt die Reserveliste an. Die Union fürchtet die Bildung freier Wählergemeinschaften.
Neue Namen
Kreistag Dr. Theo Optendrenk und Kurt Heinrich kandidieren nicht wieder für den Kreistag. Neben Günter Werner und Ingo Heymann werden Heinz Schmitz und Thomas Zündel aufgestellt.
Stadtrat Für den Rat kandieren nicht mehr direkt Beatrix Müllers-Kostas, Heinz Schmitz, Karl-Heinz Funcke, Heinz-Robert Reiners und Inge von den Bruck. Für sie wurden nominiert Horst Fänger, Gabriele Glatz, Helma Josten, Dr. Christian Lange und Vera Gäbler.
Christian Wagner machte es kurz und bündig: „In den kommenden Wochen sollten wir unser Wahlprogramm gemeinsam entwickeln“, sagte er. Mit 89 Prozent der abgegebenen Stimmen (95 von 113) stellte ihn die CDU Nettetal erneut an ihre Spitze. Sie will mit ihm in die Kommunalwahl gehen. Das Ergebnis beseitigte latente Zweifel daran, die Partei stehe weniger geschlossen zum Bürgermeister.
In den vergangenen Monaten hatte es innerparteilich einige Male mächtig rumort. Wagner wurden dickköpfige Alleingänge und Beratungsresistenz vorgeworfen. Vor allem sein eigenwilliger Weg zum eigenen Jugendamt kostete ihn Vertrauen. Partei- und Fraktionsführung sprachen im Spätsommer schließlich ein Machtwort: Nur gemeinsam könne es einen erfolgreichen Weg in die Zukunft geben.
Doppelbelastungen
Dass der Bürgermeister in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Doppelbelastungen durch fehlende Dezernenten und jetzt auch noch durch die Vakanz der Geschäftsführung im Krankenhaus bewältigen musste, wird allerdings anerkannt. Dass die Partei, die in den Stadtteilen ihre Basis eingehend befragte, zu Wagner steht, war mit dem Augenblick klar, als der Vorstand ein einstimmiges Votum für eine erneute Kandidatur abgab. In seiner Grundsatzrede fasste Nettetals CDU-Vorsitzender Jürgen Boyxen mit dem bemerkenswerten Satz zusammen, was Kritiker erwarten: „Der Bürgermeister ist noch jung und lernfähig.“
Die CDU treibt auch um, es könnte sich in der Stadt über Nacht eine freie Wählerinitiative bilden. Boyxen widmete diesem Thema auffällig viel Raum. „Wir wissen ja nicht, wer sich noch alles zur Wahl stellen wird“, merkte er an. Die CDU müsse ihre Stärken, nämlich Erfahrung, Verlässlichkeit und Kompetenz, in die Waagschale werfen. Dagegen stünde die Unberechenbarkeit von reinen Protestlern und Anfängern, denen jegliche Erfahrung fehle.
Boyxen relativierte später diesen Eindruck. Das habe er eher generell gemeint. Er appellierte allerdings zum Abschluss seiner Rede an die Geschlossenheit der CDU in den kommenden Monaten. Es sei völlig ungewiss, ob und wie die Finanzkrise sich in der Realwirtschaft und damit bei den Bürgern niederschlage. Eines sei allerdings unbestritten: „Der Spaßgesellschaft ist das Lachen vergangen.“
Ohne Veränderungen der Vorstandsvorschläge wurden die Bewerber und ihre Direktstellvertreter in den 21 Nettetaler Wahlbezirken nominiert. Die Reserveliste für den Stadtrat führt erneut der langjährige Fraktionschef Günter Werner (Lobberich) an, vor Ingo Heymann (Kaldenkirchen), Dr. Marcus Optendrenk (Lobberich), Christian Stein (Breyell), Horst Fänger (Hinsbeck), Günter Syben (Schaag) und Dr. Christian Lange (Leuth).
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