Nettetal: Fast leise Forscher erkunden das Leben im Teich
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 24.07.2009Nettetal (RPO). Frieder (3) und Leo (5) sind ausgerüstet wie Forscher. Zur strapazierfähigen Kleidung samt Gummistiefeln tragen sie Rücksäcke, um den Hals baumeln Becherlupenboxen. Ben (6) hat einen eigenen Kescher. "Den brauchst du nicht. Ihr bekommt gleich alle einen", sagt Wiebke Esmann, Leiterin des Nabu Naturschutzhofes in Lobberich, während sie mit 21 Kindern samt Eltern und Großeltern zum großen Teich zieht. Wasser begeistert Groß und Klein. Beim "Naturerlebnis Teich" des Naturschutzhofes untersuchen alle gemeinsam das Leben im Teich.
"Gute Forscher müssen leise sein. Was meint ihr, was passiert, wenn wir wie eine Herde Elefanten angetrampelt kommen?", fragt Esmann. Es wird gekichert, aber die richtige Antwort kommt auch. "Dann hauen die Frösche ab", sagt Leo. Am Teichrand drängelt sich alles um Esmann. Jeder will der Erste sein, der einen Frosch oder eine Libelle entdeckt.
Die Aufregung ist groß, als ein Frosch unter einem Seerosenblatt gesichtet wird. Und auch die vorbeifliegende Libelle löst Begeisterungsrufe aus. Mit dem Leisesein als Forscher ist das so eine Sache. Schließlich wechselt der Trupp zum kleineren Teich. Das Keschern als Höhepunkt steht auf dem Programm. Kescher, Becherlupen und ein großes Becken mit Wasser für die Wasserlebewesen warten auf die Jungforscher. Bevor es selbstständig losgeht, erklärt Esmann das richtige Vorgehen. Dass sie geschickt ist, beweißt sie. Sie fängt direkt einen Wasserfrosch. "Wer möchte, darf den vorsichtig streicheln", sagt sie. Das will sich keiner der Knirpse entgehen lassen. Doch vorher müssen sie die Finger in einem Becherglas voller Wasser nass machen. Frösche haben eine empfindliche Haut, erklärt Esmann.
"Fühlt sich glubberig an"
Alina darf als Erste. Zart streichelt die Vierjährige über den Froschkopf. "Fühlt sich glubberig an", sagt sie. Auch Mutti Heike Hüttemann geht auf Tuchfühlung. "Das ist das erste Mal, dass ich einen Frosch anfasse", verrät sie lachend. Der Frosch begeistert. Philipp (6) fallen besonders die langen Beine auf. Viola (7) ist von den goldenen Augen beeindruckt. Die Froschrunde ist zu Ende. Mit einem gewaltigen Sprung verschwindet er im Wasser.
Dafür setzt rund um den Teichrand das große Keschern ein. Frieder fängt eine Wasserschnecke, Lenni (5) eine Kaulquappe. Muscheln, Rückenschwimmer, Ruderwanzen und Co. landen vorsichtig im weißen Becken. Mit Becherlupen geht es an die genaue Bestimmung. Wer sagt, dass es an einem Teich langweilig ist, der hat noch nie gekeschert.
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