Nettetal: Ferkel "Klitschko" der Verlierer
VON INGE VON DEN BRUCK - zuletzt aktualisiert: 25.10.2010Nettetal (RPO). Der Lobbericher Ferkesmarkt fand große Zustimmung innerhalb der Bevölkerung. Für das Musikprogramm am Samstagabend, gesponsert von der Rheinischen Post, sorgte die Nettetaler Cover-Band "Funfair".
Selbst die Wahrsagerin an ihrem Stand am Eingang des Ingehovenparkes wollte keine Prognose für das Lobbericher Wetter zum Ferkesmarkt wagen, während es zu nieseln begann und die Besucher am Samstag ihre Regenschirme aufspannten. Und dabei hatte doch "dat Ulla" Schuld am schlechten "Lobbriker Samstags-Wetter", denn das angekündigte Tief brachte wechselhaftes und kühles Herbstwetter zum Ferkesmarkt. Also traf in diesem Jubiläumsjahr einmal nicht die Lobbericher die Schuld am Wetter der 40-Jahre-Veranstaltung der Stadt Nettetal.
Das nasskalte Wetter hielt die Besucher am Samstag nicht ab, den Ferkesmarkt mit seinen vielen bunten Ständen zu besuchen – gut eingepackt, mit warmen Jacken, Schals und Handschuhen gewappnet. Mathias Krahwinkel war extra aus Kevelaer gekommen, um seine Naturprodukte anzubieten. Mit Sprüchen wie "Quitten lasen bitten" oder "Holunder wirkt Wunder", lockte er die Besucher an seinen Stand, an dem man einfach nicht vorbeigehen konnte: Ein überdimensionaler roter Apfel zeigte an, was den Besucher dort erwartete.
Stadtsanierung
Baustelle Die Arbeiten in der Markt- und der unteren Hochstraße waren Ende August beendet. Die Stadt wollte fortsetzen, was sie mit dem alten Markt vor dem früheren Rathaus begonnen hatte. Der Kanal musste saniert werden.
Fortsetzen wird die Stadt ihre Arbeiten in der Fußgängerzone und ins künftige Einkaufszentrum im früheren Hölter-/Longlife-Areal.
Landjugend machte es vor
Einige Meter weiter zitterten Jasmin (8) und ihre Schwester Karoline (11) mit Vater Richard Routhier um die Wette. Doch diesmal war es nicht das kalte Wetter, das sie zum Zittern brachte. Babe, Schwarzenegger und Klitschko waren es, denen die Familie die Daumen drückte. Und Landwirt Andreas Hartges kündigte bereits das traditionelle Ferkelrennen auf der Bühne an: "Die Ferkel stehen in der Startbox, das Rennen beginnt in ein paar Minuten." Miss Piggi und Goldie schickte Bauer Jakob Mevißen auf die Piste. Der hatte seine Ferkel mit der Landjugend gut auf das Rennen vorbereitet. Tage vorher sah man im Bocholter Schweinestall Mitglieder der Landjugend auf Knien vor den Schweinchen her rutschen, eine Bratpfanne – gefüllt mit Schweinefutter – in den Händen. Und während sich die Besucher an der Rennstrecke formierten, fiel das Startkommando. Und damit fiel auch das Gesicht von Richard Routhier nach unten: Denn sein Ferkel, Klitschko, zog es vor, nach einigen Metern stehen zu bleiben. Auch Babe und Schwarzenegger verliefen sich auf der kurzen Renndistanz und gaben schließlich den Weg und damit den Sieg für "Miss Piggi" frei.
Gegen Abend füllte sich die Innenstadt. An den Ess- und Trinkständen, für die die Lobbericher Vereine verantwortlich zeichneten, gab es nicht nur das "nette Blonde" vom Nettetaler Bierkontor, sondern auch Glühwein, Wein, Sekt, Holunder- und Birnenschnaps sowie naturtrübe Obstsäfte.
Das Ferkeswetter vom Samstag spielte gestern überhaupt keine Rolle mehr. "Ferkestünn" ließ seinen guten Draht zum Himmel spielen, denn die Sonne blinzelte ab und zu vom Himmel, ganz Lobberich verwandelte sich in eine Flaniermeile. Und am Alten Markt begrüßte der Wenkbuell mit seinem süffisanten Lächeln die Besucher.
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