Nettetal: Feuerübung auf dem Naturschutzhof
VON BIANCA TREFFER - zuletzt aktualisiert: 31.07.2010Nettetal (RPO). Unter der großen Holzkonstruktion, der Libelle, wie sie auf dem Nabu Naturschutzhof Nettetal genannt wird, stehen Kisten mit Holzwolle, dünnen Holzstückchen und Rinde.
Dazu gibt es gleich drei Feuerschalen und auf dem Tisch liegt Zunder in Form von Watte und anderen leicht brennbaren Stoffen. Auch ein Feuerlöscher sowie eine Branddecke fehlen nicht.
Doch all das ist nicht so interessant wie die Gerätschaften, die Naturschutzhof-Leiterin Wiebke Esmann gerade in Händen hält. "Wer kennt das?", fragt sie in die zehnköpfige Kinderrunde hinein. "Das ist ein Feuerstein", kommt die Antwort prompt von Laura (zehn Jahre). Wie genau so ein Feuerstein samt Stahlstift funktioniert, das können die Kinder sofort erleben. Esmann macht es vor.
Feuerbohrer ist amnstrengend
Durch das Schlagen des Steins gegen den Stahlstift entsteht ein Funkenflug. Dass das in früheren Jahren aber nicht die einzige Möglichkeit war, Feuer zu erzeugen, demonstriert Naturschutzhof-Mitarbeiter Sebastian Mann Sekunden später. Er arbeitet mit dem sogenannten Feuerbohrer, was "aber weitaus anstrengender ist und es dauert länger, bis der Erfolg einsetzt", wie er sagt.
Doch allein Zugucken ist nicht angesagt. Vielmehr soll selber ausprobiert werden, Während Louis (acht Jahre), Jonathan (zehn Jahre) und Felix (neun Jahre) mit Mann am Feuerbohrer arbeiten, versuchen sich Martin (neun Jahre), Moritz (neun Jahre) und Ruben (zehn Jahre) zusammen mit Naturschutzhof-Mitarbeiter Christoph Hüsgens im Feuer machen mit dem Stein. Der aus Laura, Lena (zwölf Jahre), Isabel (elf Jahre) und Sara (acht Jahre) bestehende Mädelstrupp um Esmann hat sich den zweiten Feuerbohrer gegriffen. "Das geht ganz schön in die Arme", meint Sara, nachdem sie minutenlang per Bogen den Bohrer in Gang gehalten hat. Immerhin ist das Holz, auf dem der Stab hin und her bewegt wird, schon warm geworden und es riecht ein wenig angebrannt.
Geschafft, die Watte brennt!
Isabel übernimmt die Drehaufgabe als nächste. Auch bei den anderen drei Jungs um Mann tut sich noch nichts in Sachen Glut und anschließendem Feuer. Dagegen erschallt vom anderen Dreierteam der Ruf "Feuer". Sie haben es geschafft, dass einer, der per Stein erzeugten Funken die Watte in Brand gesetzt hat. Vorsichtig legt Martin Holzwolle nach, der kleine Äste und Rinde folgen. Schließlich möchte man das Feuer in Gang halten, wie es die Vorfahren vor rund 400 000 Jahren auch getan haben.
Wie man ein Streichholz richtig anzündet, der richtige Umgang beim Lagerfeuer, das Löschen von Feuer – rund um das Thema vergeht der Nachmittag im Flug und das Stockbrotbacken im eigens entfachten Feuer zum Ende ist der krönende Abschluss.
Das Sommerferienprogramm der Nabu geht weiter: Informationen und Anmeldung beim Nabu- Naturschutzhof, Sassenfeld 200 in Lobberich, % 02153 89374.
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