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Nettetal: Freiwillige für die Natur

VON EBERHARD LANGE - zuletzt aktualisiert: 02.09.2010

Nettetal (RPO). Tina Bertrams nutzt ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) auf dem Naturschutzhof in Lobberich als Übergang zwischen Schule und Studium. Franziska Dormann ist noch in der Berufsfindungsphase.

Tina Bertrams, Franziska Dormann und Heinz Tüffers. Die beiden Frauen absolvieren seit dem 1. August ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr auf dem NABU-Naturschutzhof. Foto: RPO

Schon in den ersten sechs Wochen ihres "Freiwilligen ökologischen Jahrs (FÖJ) erstellten Franziska Dormann (18) und Tina Bertrams (20) auf dem Naturschutzhof in Lobberich ihr Gesellenstück: Sie bauten aus 80 Brettern einen 16 Meter langen Hohlzaun zwischen der Streuobstwiese und dem Zugang zur Wildwiese mit Bienenhaus und Hochbecken.

Der alte Zaun war morsch und musste erneuert werden. Die Idee für den Bretterzaun hatte Heinz Tüffers. Der besorgte auch die 80 Fichtenbretter, Pfähle und Schrauben. Er flammte die entrindeten aber naturbelassenen Holzbretter ab damit sie wasserabweisend bleiben. "Mir schwebte ein besonderer Zaun vor. Der sollte Kinder aber auch alle anderen Besucher zum Hinschauen anregen." Der 16 Meter lange Zaun besteht aus 80 Brettern .

Info

FÖJ

Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) ist ein Angebot an junge Leute zwischen 16 und 27 Jahren, die ein Jahr lang freiwillig in einer Einrichtung des Natur- und Umweltschutzes oder der Umweltbildung arbeiten wollen.

Zusätzlich zur praktischen Arbeit finden außerdem verpflichtende Seminare statt.

Seit dem 1. August sind die beiden FÖJ-lerinnen nun auf dem Naturschutzhof aktiv. Als Tüffers Franziska und Tina seine Idee vorstellte, machten diese sich sofort an die Umsetzung. Bewaffnet mit Stichsäge, Schraubbohrer, Hammer und Schraubenzieher bearbeiteten sie die Bretter.

Zuvor sind aber auch jede Menge Bestimmungsbücher gewälzt worden. Der Kopf jeden Bretts wurde individuell, ja kunsthandwerklich bearbeitet. So wurden aus den schlichten Fichtenbrettern Eulen, Steinkauze, Eichhörnchen, Äpfel, verschiedene Blattformen und sogar eine Rohrdommel. "Die Rohrdommel war hier mal zu Hause, sie soll auch wieder eine neue Heimat finden" sagt Franziska Dormann. Die 18-Jährige kommt aus Bochum. Sie machte in diesem Jahr ihre mittlere Reife, hat aber bisher noch keine klaren Berufsvorstellungen. "Irgend etwas mit Natur, kein Schreibtischjob." Das Freiwillige Ökologische Jahr schien ihr als Berufsfindungsphase sinnvoll.

Das FÖJ auf dem Naturschutzhof schien ihr genau das Richtige. Die Aufgabenbeschreibung im Internet sagte ihr zu: Hauptaufgabe Pflege und Unterhaltung des Naturschutzhofes und Betreuung von Kindern und Besuchergruppen. Franziska fand bei einem Ehepaar in Kaldenkirchen ein Zimmer. Täglich fährt sie mit dem Fahrrad von Kaldenkirchen zum Naturschutzhof. "Eine landschaftlich sehr reizvolle Strecke. Um den Schulweg würden viele Großstädter die Nettetaler Schüler beneiden."

Tina Bertrams (20), Abiturientin aus Brüggen, will nach dem Freiwilligen Ökologischen Jahr Psychologie studieren. "Vor dem Studium ein Jahr in der Natur arbeiten, Menschen begegnen, Kinder an die Natur heranführen, das schien mir eine ideale Aufgabe zwischen Schule und Studium", sagt sie.

Quelle: RP

 
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