Nettetal: Für eine bunte und gerechte Welt
VON VIVIEN ADAMSKI - zuletzt aktualisiert: 21.09.2009Nettetal (RPO). Im Lobbericher Ingenhovenpark feierten Kinder, Eltern und viele Besucher den Weltkindertag. Im Mittelpunkt stand die Aufführung eines Kindermusicals. Zusätzlich hatten etliche Organisationen und Einrichtungen ein Rahmenprogramm zusammengestellt.
Cornelia Schäfer ist ein bisschen nervös. Auf dem Platz um die kleine Bühne im Ingenhovenpark warten 170 Kinder in fantasievollen Kostümen auf ihren Einsatz. Auf der Bühne bringen sich vier dunkel gekleidete Gestalten in Position und holen zum Schlag gegen Farbe und Fröhlichkeit aus. "Alles gleich machen", lautet ihr Ziel.
Einmalig sein und eigene Ideen kann man in ihrer Welt genauso vergessen wie Wünsche und Träume. "Und zum Nachtisch gibt es nur einen Popel", verkünden die vier Schwarzbefrackten und ernten die ersten Lacher. Aber weil in einer grauen Welt trotz lustiger Popel eigentlich keiner leben will, machen sich zwei bunte Clowns mit der Unterstützung des gespannten Publikums auf den Weg um die Welt, um die Farben zu retten. "1000 Farben für die Welt" gilt es zu sammeln, und während die Kinder vorne noch "ganz feste an alles denken, was golden ist", formieren sich im Hintergrund Bauchtänzer und Themengruppen.
Jeder Staat soll feiern
1954 gab das Weltkinderhilfswerk der Vereinten Nationen die Empfehlung heraus, jeder Staat solle einen Tag zum Weltkindertag erklären. So sollte weltweit ein Zeichen für die Rechte der Kinder gesetzt werden.
145 Länder feiern heute den Weltkindertag. Das Datum variiert nach Tradition und Religion. In Deutschland finden die Hauptfeierlichkeiten am 20. September statt.
Viel Organisationsarbeit
Musikfachkraft Cornelia Schäfer hat viel Schreib- und Organisationsarbeit geleistet und alle Kindergärten sowie zwei Grundschulen aus Lobberich für das Projekt Kindermusical eingespannt. Jetzt ist sie "dankbar für die Unterstützung" und stolz, beim Kinderfest im Ingenhovenpark das Ergebnis der harten Arbeit präsentieren zu können. Neben dem Bühnenprogramm mit dem Kindermusical, dem Gitarrenspielkreis und den Tastenflitzern gibt es am Weltkindertages rund um die Burg Ingenhoven jede Menge zu erleben. Unter der Leitung der evangelischen Kirchengemeinde Lobberich und unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Christian Wagner haben sich örtliche Einrichtungen und Organisationen mit kreativen Ständen beteiligt. Bei allerschönstem Sonnenschein können die Familien mit dem Blasrohr auf eine Zielscheibe schießen, sich Rennen mit dem Bobbycar liefern oder Bälle mit dem Katapult schleudern.
Pascal Bannert ist mit seiner Mutter nur zufällig vorbei gekommen und gleich geblieben. Im Augenblick erkundet der Zehnjährige mit einer Augenbinde den Barfußparcours. Er tastet sich vorsichtig durch getrocknete Erbsen, Heu und Watte. "Die Watte war am angenehmsten, die Erbsen hab´ ich leider nicht erkannt", resümiert der Schüler und sondiert sogleich das weitere Angebot. Bei der katholischen Tageseinrichtung St. Sebastian kann man sogar mit Hilfe von Kinderstuhl und Blasebalg Luftballons mit dem Popo aufblasen. Dabei geht es heute nicht um Preise. "Beim Weltkindertag sollen die Kinder einfach nur spielen und Spaß haben", betont Sigrid Wulf von der Tageseinrichtung.
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