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Nettetal: Gasalarm in Lobberich

VON WILJO KRECHTING - zuletzt aktualisiert: 26.05.2009

Nettetal (RPO). Montagvormittag trat ein bisher unbekanntes Gasgemisch in der Hauptschule Lobberich aus. Was folgte, war ein Großeinsatz der Polizei und Feuerwehren im Kreis. 27 Schüler wurden verletzt. Die Ursache ist noch unklar.

Das Gelände um die Gemeinschaftshauptschule in Lobberich sieht aus wie im Ausnahmezustand. Mehrere Dutzend Feuerwehr-, Polizei- und Rettungswagen stehen um das Gebäude herum. Blaulicht erzeugt eine unheimliche Atmosphäre. In einigem Abstand stehen einige Kinder. "Wir wurden nach Hause geschickt, da ist irgendwas mit Gas", erzählt die Schülerin Saskia Kumpf.

Christoph Kamps, Sprecher der Stadt Nettetal, bevorzugt das Wort "Luftgemisch". Gestern um kurz vor elf Uhr rückten die Einsatzkräfte aus der Umgebung zu einem so genannten Massenfall (ManV) in der Hauptschule am Ingenhovenpark in Lobberich aus. Zuvor hatten Schüler auf einem Flur des Mitteltraktes im Erdgeschoss des Gebäudes einen Gasgeruch wahrgenommen. "Daraufhin haben Hausmeister Dieter Heussen und ich die Sache begutachtet und sofort veranlasst, das Gebäude zu räumen", sagte dessen Gehilfe Volker Möskes.

Info

Der Einsatz in Zahlen

27 Schüler sind gestern durch das unbekannte Gas verletzt worden.

61 Fahrzeugevon Polizei über Rettungs- bis hin zu Feuerwehrwagen waren im Einsatz.

120 Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr waren vor Ort.

Fünf Krankenhäuser waren mit der anschließenden Behandlung der verletzten Kinder und Jugendliche betraut.

Atemnot und Erstickungsangst

Die Einsatzkräfte kamen zu Hauf. Und sie kamen schnell. Sie mussten vor Ort bei vielen Hauptschüler erste Hilfe leisten: 27 von ihnen klagten über Atemnot oder Erstickungsangst und wurden im Laufe des Nachmittags vorsichtshalber in fünf Krankenhäuser eingeliefert. In einigen Fällen blieben sie dort zur Beobachtung bis heute morgen. "Bei keinem bestand jedoch Lebensgefahr", sagte Christoph Kamps.

Während die Notärzte die Kinder in der Turnhalle versorgten, lüftete die Viersener Feuerwehr das Gebäude gründlich und maß den Giftgehalt der Luft. Die Messungen ergaben, dass ein Sauerstoff verdrängendes Gas vorhanden gewesen sein musste, das aber bisher nicht identifiziert werden konnte. "Wir warten noch auf weitere Analysen", sagte Kamps.

Ebenso rätselhaft ist der Ursprung des Gasgemisches. Anfängliche Vermutungen, es könnte sich um Reizgas gehandelt haben, haben sich nicht bestätigt. Der Unterricht an der Gemeinschaftshauptschule geht heute aber weiter.

Der Zwischenfall erinnert an einen angeblichen Schülerstreich vom Oktober letzten Jahres. Damals musste die Gemeinschaftshauptschule geräumt werden, weil die Feuerwehr im Treppenhaus eine ammoniakhaltige Flüssigkeit entdeckt hatte. Die Wehr hatte daraufhin Schüler über die Drehleiter evakuieren müssen. Sieben Kinder hatten damals ebenfalls über Atemnot geklagt. Ob es jedoch einen Zusammenhang zum gestrigen Fall gab, ist noch nicht klar. "Wir können es aber nicht ausschließen. Im Moment sieht es aber so aus, als bleibe der Fall ein Mysterium", sagte Christoph Kamps.

Polizei befragt jetzt Schüler

Die Polizei ermittelt. Sie wird in den nächsten Tagen Hauptschüler befragen, ob ihnen Verdächtiges aufgefallen ist.

Quelle: RP

 
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