Nettetal: Gemeinsam um Gäste werben
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 08.07.2010Nettetal (RPO). Nettetal, Brüggen, Schwalmtal, Niederkrüchten und Grefrath haben als Touristische Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Gestern stellten die Bürgermeister als erstes Ergebnis eine Informationsbroschüre vor.
Mehr als 150 000 Übernachtungen und etliche Millionen Tagestouristen jährlich sind ein Wirtschaftspotenzial, das keine Gemeinde einfach links liegen lassen kann. Weil sich aber aber kein Tourist um kommunale Grenzziehungen schert, haben sich Nettetal, Schwalmtal, Brüggen, Niederkrüchten und Grefrath als Touristische Arbeitsgemeinschaft (TAG) unter dem Dach der "Freizeitregion Schwalm-Nette im Naturpark"zusammengeschlossen.
Gestern stellten die Bürgermeister und ihre Touristik-Fachleute gemeinsam eine umfangreiche Informationsbroschüre als erstes greifbares Ergebnis im Nettetaler Rathaus vor. Auf 110 Seiten breitet sich der Westkreis Viersen als ein ganz starkes touristisches Ziel aus. Die Broschüre ist übersichtlich und klar von der Agentur helmac aus Lobberich gestaltet und sehr auf den Service-Charakter für ortsfremde Besucher bedacht.
Freizeitregion
Infobroschüre 20 000 Exemplare liegen im Bürgerservice und bei der Tourist-Information der Gemeinden aus. Weitere 10 000 Exemplare werden für Messen und anderen Gelegenheiten bereitgehalten. Sie soll in zwei Jahren überarbeitet werden.
Inhalt Gemeindeporträts, Kapitel über Freizeit und Kultur sowie ein Service-Teil mit festen Veranstaltungen im Jahreskalender, Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomie.
Gemeinsame Strukturen
Die beteiligten Gemeinden haben erkannt, dass sie weitgehend übereinstimmende Strukturen haben, die touristisch hervorragend zusammenpassen, wie es Niederkrüchtens Bürgermeister Herbert Winzen formulierte. Die Zusammenarbeit baut keinen neuen bürokratischen Wasserkopf auf und versteht sich auch nicht als Konkurrenzveranstaltung zur Niederrhein Tourismus GmbH, versicherte sein Nettetaler Kollege Christian Wagner. "Wer hier wohnt, fährt gerne Rad und lernt so eine reizvolle Umgebung kennen. Die kann man sehr viel besser gemeinsam vermarkten", ist Reinhold Schulz, Schwalmtals Bürgermeister überzeugt.
Die sorgsam abgebildete Kleinteiligkeit gilt den Bürgermeistern daher auch lediglich als allerdings ganz starke Ergänzung zur eher global orientierten Vermarktung des Niederrheins durch die Tourismus GmbH. In der Broschüre finden sich beispielsweise alle gewerblichen Unternehmen und Anbieter der Branche kostenfrei wieder. Die TAG wird für einen Zeitraum von drei Jahren nach einem Schlüssel finanziert, der sich nach der Einwohnerzahl der jeweiligen Gemeinde richtet. Pro Kopf wurden etwa 1,20 Euro angesetzt, das Gesamtbudget beträgt etwa 120 000 Euro und geht über die Broschüre hinaus.
Die Gemeinden werde auf ihre eigene touristische Vermarktung mit unterschiedlichen Strategien keineswegs verzichten, erläuterte Brüggens Bürgermeister Gerhard Gottwald. Sein Blick richtet sich für die TAG auch über die Grenze zu den Niederländern Ortstypische Eigenschaften will auch Bürgermeister Manfred Lommetz aus der Sport- und Freizeitgemeinde Grefrath weiterhin selbst vermarkten.
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