Nettetal: Gemeinsame Wege gehen
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 14.06.2008Nettetal (RPO). Nettetal sucht zurzeit einen neuen Verwaltungsleiter für das Städtische Krankenhaus. Bürgermeister Wagner sieht die Zukunft in der Zusammenarbeit mit dem AKH Viersen und dem Irmgardis-Krankenhaus in Süchteln.
Das Allgemeine Krankenhaus (AKH) in Viersen und Nettetals Städtisches Krankenhaus rücken immer enger zusammen. Darauf wird sich auch der künftige Verwaltungsleiter des Nettetaler Hauses einrichten müssen. Eine Findungskommission hat sich unlängst über 32 nach der Ausschreibung eingegangene Bewerbungen gebeugt. Zehn sind zunächst in die engere Auswahl genommen worden.
Im vergangenen Sommer hatte sich Herbert Wans nach mehr als 25-jähriger Tätigkeit an der Spitze des Hauses in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger Immo Lenz räumte noch vor dem Ende der Probezeit im Dezember seinen Stuhl. Seither lenkt Bürgermeister Christian Wagner – normalerweise kraft Amtes Mit-Geschäftsführer – die Geschicke des Hospitals. Seit dem 1. Februar unterstützt ihn der Erste Beigeordnete und Sozialdezernent Armin Schönfelder.
Das Krankenhaus
Fachbereiche Innere Medizin Allgemein- u. Unfallchirurgie Zentrum für Arthrokopische Chirurgie und Endoprothetik (ZAE) Anästhesiologie / Intensivmedizin Zentrale Patientenaufnahme (ZPA).
Historie Die damals selbstständigen Häuser in Breyell und Lobberich wurden 1970 zum städt. Krankenhaus Nettetal zusammengefügt. Es folgten Um-und Ausbauten. Breyell wurde schließlich als Standort aufgegeben.
Den Druck nehmen
Bei allem Reiz, den diese Aufgabe ganz offensichtlich auf den Bürgermeister ausübt – ein gestandener Verwaltungsleiter soll das Krankenhaus dann doch demnächst steuern. Ihn erwartet viel Arbeit, aber Wagner möchte ihm den Druck nehmen. „Wir wollen eine Probezeit von einem Jahr einräumen. Es muss Zeit bleiben, sich in Ruhe einzuarbeiten und strategische Entscheidungen vorzubereiten.“
Wer immer demnächst das Krankenhaus leiten wird, muss sich damit anfreunden, dass dann schon Pflöcke eingeschlagen sind. Aufsichtsrat Nettetal und Verwaltungsrat Viersen haben bereits verabredet, sich halbjährlich zusammenzusetzen. Die Geschäftsführung wird sich vierteljährlich treffen. „Das erste Treffen kürzlich diente dazu, sich kennen zu lernen und gegenseitiges Vertrauen zu gewinnen“, so Wagner. „Es gibt für die strategische Ausrichtung weitgehende Übereinstimmung.“
Das AKH und das Nettetaler Haus wollen einen gemeinsamen Weg gehen. Wagner ist zuversichtlich, dass auch das katholische Irmgardis-Krankenhaus in Süchteln dabei sein wird. „Die Bürger im Westkreis sollen bestens versorgt werden und wissen, dass in diesen Häusern alles, was möglich ist, gemacht wird.“ Ein Beispiel: Dr. Falk Althoff (Viersen) und Dr. Michael Pauw (Nettetal) behandeln demnächst sowohl im AKH als auch in Nettetal Patienten – der eine kardiologisch, der andere als gastroentologisch.
Für die Nettetaler Verwaltungsleitung wünscht sich Wagner „eine Persönlichkeit, die sich auf Nettetaler Strukturen einstellen“ wird und die Zusammenarbeit mit dem AKH umsetzt. Bis vor den Sommerferien soll die interne Beratung abgeschlossen sein. „Wir haben es nicht eilig, sondern wollen in aller Ruhe jemanden finden, für den wir uns entscheiden können“, so Wagner.
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