Nettetal: Gestalten für Familien
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 06.06.2009Nettetal (RPO). Mit Heinz-Gerd Schummers hat Nettetal in ihrer Verwaltung seit kurzem einen Familienmanager. Unter seiner Federführung will die Stadt ihren Anspruch, familienfreundlich zu sein, ausbauen.
Mit einem Irrtum räumt Familienmanager Heinz-Gerd Schummers gleich zu Beginn auf: "Ich arbeite nicht mit, sondern für Familien." Nachdem der stellvertretende Leiter des Fachbereichs Schulen, Familie, Jugend und Sport der Stadt Nettetal seine Weiterbildung zum Familienmanager absolviert hatte, bekam er jede Menge Zuspruch. Und immer diesen einen Satz zu hören: "Das ist ja toll, dass Sie sich um uns kümmern." Schummers kümmert sich in der Tat um Familien. Aber nicht im direkten Kontakt, sondern eine Ebene höher: gestaltend, nicht eingreifend. Deshalb sei auch der Begriff "Familienmanager" irreführend. "Kommunales Familienmanagement in der Verwaltung" sei der korrekte Begriff.
Familienmanager
Vorgeschichte Die Stadt Nettetal sah das freiwillige Angebot des Landes zur Weiterbildung als Chance und Bereicherung an. Deshalb entschloss sich die Verwaltung, einen Familienmanager ausbilden zu lassen.
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Zukunft Die Gleichstellungsbeauftragte Monika Ioannidis wird in Kürze zur zweiten Familienmanagerin für Nettetal weitergebildet.
"Bündnis für Familien" aktivieren
Die Stadt Nettetal möchte ihrem Anspruch, eine familienfreundliche Kommune zu sein, weiter gerecht werden und auch ausbauen. Deshalb wird Heinz-Gerd Schummers als neuer städtischer Familienmanager nach den Sommerferien das Ende 2005 gegründete "Bündnis für Familie" wieder aktivieren. Aus dem Zusammenschluss von Akteuren, die alle in ihrer Arbeit mit Familien zu tun haben, sollen Ideen und Impulse für neue familienfreundliche Projekte ins Rathaus getragen werden.
Heinz-Gerd Schummers ist derjenige, der sie aufnimmt, bündelt und – wenn sie umgesetzt werden – auch koordiniert. Das ist nur der erste Schritt. "Außerdem geht es darum, welche familienfreundlichen Projekte wir als Kommune umsetzen", so Schummers weiter.
Nachdem die Stadt Anfang des Jahres beschlossen hat, Bauland für Familien zu ermäßigten Preisen anzubieten, läuft derzeit eine Umfrage. Es geht um das Thema Betriebskindergärten. Zum einen werden in Nettetal lebende und arbeitende Eltern gefragt, ob sie Bedarf haben. Zum anderen sollen sich Firmen dazu äußern, wie sie das Thema sehen.
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird Schummers ebenfalls im Blick haben, beispielsweise wenn er die Betreuung von Unter-Dreijährigen in Kindergärten begleitet. Geprüft werde auch, ob Nettetal eine Familienkarte einführen soll. "Ansonsten wollen wir Neuerungen aufgreifen und auch mal über den Tellerrand schauen", sagt Schummers. Über regelmäßige Treffen und den Austausch mit den Familienmanagern anderer Kommunen soll das geschehen.
Alle Neuerungen sollen in Abstimmung mit der "Basis" erfolgen. "Es bringt nichts, Dinge einfach überzustülpen", sagt Schummers. Zudem sei nicht abzusehen, welche Dinge für Familien in Nettetal in Zukunft interessant und zum Thema werden. "Es ist ein wandelnder Prozess." FRAGE DES TAGES
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