Nettetal: Glücklich mit Lady Ephistone und Angel Fly
zuletzt aktualisiert: 28.02.2011Nettetal (RPO). Der Besuch übertraf die kühnsten Erwartungen: Zu den 5. Nettetaler Schneeglöckchentagen in Hinsbeck-Oirlich kamen Besucher aus ganz Deutschland und Nachbarländern.
"Das letzte Februar-Wochenende ist für uns immer für die Schneeglöckchentage reserviert", sagte strahlend Carina Wontowski aus Gelsenkirchen, die mit ihrem Sohn Jens (21) immer neue Arten sucht und findet.
Auch andere seltene Pflanzen
Einige Dutzend Stände waren vor dem Landcafé Künstler und dem "Oirlicher Blumengärtchen" von Marlu und Günther Waldorf aufgebaut. Marjo und Klaas van Dijk aus dem Dörfchen Oudenhoorn (bei Rotterdam) reisten schon am Freitag an, um ihre "Sneeuwklokjes" zu präsentieren. Daniela Geißler aus dem sächsischen Gebingen war "sehr zufrieden – die 563 Kilometer lange Anreise hat sich gelohnt". Die Sächsin bot alpine Stauden, darunter Bergweiden in Bonsai-Größe, und Tibet Orchideen an. "Wir sind gekommen, um seltene Züchtungen zu bestaunen und auch zu kaufen", begründeten Johanna Lauterbach und Sabine Keller ihre frühe Anreise aus Euskirchen.
Mit ganz seltenen Pfingstrosen, Madonnenlilien und selten gemusterten Primeln traten sie die Heimreise an. Nicht alle Besucher, besonders aus der Region, konnten die Begeisterung und vor allem die Preise für die seltenen "Galanthus" nachvollziehen: "40 Euro für die Plant. Nee, dat jeäv ich nit", meinte eine Lobbericherin. Überglücklich trug indessen ein aus Dänemark angereister Sammler "Lady Ephistone", ein Schneeglöckchen im füllig gelblich-weißen Unterkleid, in seinen Wagen. Auch die Galanthus "Godfrey Owen" begeisterte ihn.
Günther Waldorf, der sich seit neun Jahren für Galanthus interessiert, zeigte die unterschiedlichen Arten auf, von denen es mehr als 500 gibt. Gezeigt wurden unter anderem die Schneeglöckchen-Sorten Midge, Nivalis, Paevliformid, Wasp, Hippolyt. Stolz ist Waldorf auf seine rosafarbene "Angel fly", die er kürzlich aus England mitbrachte. "Es gibt Schneeglöckchen mit gefüllten Blüten, bauchige Formen, grüne Zeichnungen. Die Vielfalt ist unerschöpflich", dozierte Marlu Waldorf.
Die meisten Besucher, besonders die von weither angereisten, interessieren sich für die Seltenheit. Günther Waldorf zeigte auf eine Rarität "Green Tear". Die "Grüne Träne" gibt es auf dem europäischen Festland höchstens fünf Mal. Bei Ebay wurde eine Anfang Februar für 320 Euro ersteigert. Waldorf besitzt eine – und hofft, dass sich die "Grüne Träne" vermehrt.
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