Nettetal: Hängepartie am Bauhof
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 02.12.2010Nettetal (RPO). Der Nettebetrieb will für 3,85 Mio. Euro einen neuen Neubau in Lobberich errichten. Die Mehrheit des Betriebsausschusses ist dafür. Der FDP geht das zu schnell. Sie will die Haushaltsberatungen abwarten.
Morgens um 5 Uhr sind Mitarbeiter des Bauhofs in diesen Tagen unterwegs. Sie räumen Schnee und Eis und kehren viele Stunden später oft durchfroren und ausgepumpt zurück an die Breyeller Straße nach Lobberich. Eine wärmende Dusche täte den Mitarbeitern der Sparte Straße gut – hätten sie denn eine. Die Unterbringung des Bauhofs ist seit Jahren mehr als erbärmlich. Die Frage, ob die Stadt mit der gebotenen Fürsorge ihren Mitarbeitern begegnet, ist seit mehr als zehn Jahren immer verschämt ignoriert worden.
Der Nettebetrieb möchte in den Jahren 2012 und 2013 einen neuen Bauhof errichten. Nach eingehenden Untersuchungen schlägt er vor, das Gelände an der Breyeller Straße schrittweise abzureißen und dort Neubauten zu errichten. Rund 3,85 Mio. Euro hat er dafür veranschlagt. Ihrer längst überfälligen Pflicht gegenüber den Mitarbeitern sollen sich die Fraktionen jetzt nicht länger entziehen. "Wir sollten den Standort klären und entscheiden, ob wir die vorhandenen Bauten sanieren oder ob wir neu bauen", erklärte Vorsitzender Günter Werner im Betriebsausschuss.
Bauhof in Zahlen
Sanierung mit Erweiterung Außenanlagen (keine energetische Sanierung): Investitionsvolumen 2,6 Mio. Euro. Nutzungsdauer 15 Jahre – Gesamtkosten (Bewirtschaftung, Kapitalkosten) insgesamt 5,34 Mio. Euro. Ohne Außenanlagen 4,5 Mio. Euro.
Neubau Investitionskosten 3,75 Mio. Euro. Nutzungsdauer 60 Jahre. Gesamtkosten auf 15 Jahre 3,86 Mio. Euro.
Mehrheit für Neubau
Die Tendenz geht eindeutig zum Neubau. Die Chance, endlich den miserablen Zustand zu beenden ("Das sind wir den Mitarbeitern dort schon lange schuldig") und den Ortseingang Lobberichs besser zu gestalten, solle die Stadt sich nicht entgehen lassen, riet Ingo Heymann (CDU). "Zwingend notwendig" ist auch aus Sicht der SPD der Neubau. Widerstand meldete lediglich Hans-Willy Troost für die FDP an. Eine so weitreichende Entscheidung dürfe nur der Rat treffen. Darauf lasse sich seine Fraktion aber auch erst dann ein, wenn der Entwurf zum Doppelhaushalt 2011/12 vorliege. Dem Nettebetrieb hielt er vor, er habe die Möglichkeit eine Kooperation mit Grefrath und Brüggen nicht geprüft.
Die Technische Dezernentin Susanne Fritzsche wies darauf hin, dass in diesem und im kommenden Jahr lediglich knapp 92 000 Euro an Planungskosten im Wirtschaftsplan des Nettebetriebs stünden. Im Investitionsprogramm des Immobilienmanagements ist die Bausumme allerdings auf die Jahre 2012/13 verteilt aufgeführt.
Troost wies darauf hin, das Grundstück in Lobberich lasse sich gut vermarkten, der alternativ geprüfte Standort im Gewerbegebiet Speckerfeld in Breyell lasse sich womöglich besser finanzieren. Fritzsche wies das als reines Wunschdenken zurück. Die Bauhof-Fläche ist durch Altlasten verseucht. Vor Jahren wurde neben an mit ungeheurem Aufwand der heutige Parkplatz saniert. An dieser Stelle werde niemals ein Investor Wohnungen errichten und vermarkten können, so Fritzsche. FRAGE DES TAGES
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