Nettetal: Hautkrebs: Vorsorge besser einmal im Jahr
zuletzt aktualisiert: 04.07.2008Nettetal (RPO). Seit dem 1. Juli kann jeder gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre eine Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung auf Kosten der Kasse in Anspruch nehmen. Die RP sprach darüber mit dem Nettetaler Hautarzt Dr. Paul Schneider.
Wissen Ihre Patienten von der gesetzlichen Änderung?
Paul Schneider Einige wussten es bereits. Allen anderen, für die das neue Angebot in Frage kommt, habe ich davon berichtet.
War der Andrang in Ihrer Praxis gestern schon groß?
Schneider Zu Beginn eines neuen Quartals und bei Ferienbeginn ist es eigentlich immer recht ruhig. Da gehen viele Menschen zunächst einmal zu ihrem Hausarzt. Der macht dann die Überweisungen. Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Wochen voller wird.
Begrüßen Sie die neue gesetzliche Regelung zur Hautkrebs-Vorsorge?
Schneider Absolut. Allerdings bin ich mit den Beschränkungen nicht ganz einverstanden. Ab dem 35. Lebensjahr ist recht spät, weil jüngere Patienten in der Regel schlimmer von Hautkrebs betroffen sind. Auch der Abstand von zwei Jahren ist recht groß und erscheint für zahlreiche Patienten zu lang.
Wäre eine Untersuchung jedes Jahr sinnvoller?
Schneider Das muss man je nach Hauttyp entscheiden, wäre aber sicherlich nicht übertrieben. In zwei Jahren allerdings kann sich die Haut doch sehr verändern.
Wie war die Hautkrebs-Vorsorge bislang geregelt?
Schneider Bisher lag es im Ermessen der Krankenkassen, diese Leistung kostenfrei für ihre Versicherten anzubieten. Einige haben das auch für Versicherte ab dem 18. Lebensjahr angeboten, die sich dann auch einmal im Jahr untersuchen lassen durften.
Wie sieht die Vorsorge konkret aus?
Schneider Für die Untersuchung muss man sich Zeit nehmen. Schließlich werden vom Scheitel bis zum dicken Zeh alle Körperstellen kontrolliert. Auffällige Stellen werden danach eventuell entfernt.
Was können die Patienten selber tun?
Schneider Es ist wichtig, dass man selbst auf seine Haut achtet. Bei Muttermalen ist Juckreiz ein Signal. Die Struktur, also die Farbe und die Oberflächenbeschaffenheit, Randbegrenzung und den Durchmesser sollte man beachten. Ansonsten ist es ratsam, einen geschulten Arzt aufsuchen.
Wird Hautkrebs unterschätzt?
Schneider Er kommt zumindest recht häufig vor und betrifft auch schon junge Leute. Unterschätzt wird, dass der Hautkrebs zum Teil sehr große Operationen nach sich zieht.
Andreas Cüppers führte das Gespräch.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


