Nettetal: Hertie: Bis Ostern fällt Entscheidung
zuletzt aktualisiert: 01.04.2009Nettetal (RPO). Hertie darf nicht sterben – diesen Appell gab gestern der Gesamtbetriebsrat des Warenhauskonzerns aus. Eine Aussage, die im Nettetaler Rathaus auf offene Ohren stieß. Schließlich betreibt Hertie auch eine Filiale in Lobberich. Diese arbeitet rentabel. 25 Arbeitsplätze stehen hier auf dem Spiel. "Die Lage spitzt sich zu", erklärte Gesamtbetriebsratsvorsitzender Bernd Horn. "Wir müssen bis Ostern eine Lösung finden, sonst gehen bei Hertie die Lichter aus." Genau das möchte der Gesamtbetriebsrat von Hertie verhindern.
In dem Schreiben fordern die Arbeitnehmervertreter an die Adresse der Verantwortlichen "eine faire Chance für Hertie". "Über 3000 Kollegen von Hertie und viele Beschäftigte bei Dienstleitern und Lieferanten hängen zurzeit in der Luft", beklagt der Gesamtbetriebsrat. Fast alle Voraussetzungen für einen Weiterbestand des Warenhauses seien erfüllt. Es gebe auch Investoren, die bereit seien, Hertie zu übernehmen. Nur eine Bedingung muss noch ausgehandelt werden: die Mietkonditionen der Warenhaus-Immobilien. Die Zukunft des Lobbericher Hertie-Kaufhauses wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach als Teil des Warenhauspakets entscheiden.
Stefan Blum, Geschäftsführer der Lobbericher Hertie-Filiale, zeigte sich überrascht vom Schreiben des Gesamtbetriebsrates. Ansonsten war er – so wie in der Vergangenheit – zu keiner Stellungnahme bereit. "Wir müssen abwarten", war alles, was er sagte.
Die Stadt Nettetal unterstütze die Zielrichtung des Aufrufs, hieß es gestern aus der Verwaltung. "Wir betreiben keine Schuldzuweisung, appellieren aber an alle Verantwortlichen, alles für den weiteren Erhalt von Hertie zu tun", sagte Bürgermeister Christian Wagner.
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