Nettetal: Historischer Lehm für Remise
VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 03.08.2010Nettetal (RPO). Familie Luyten hat am Rennekoven ihre aus dem 18. Jahrhundert stammende Remise in Eigenregie restauriert und unter Denkmalschutz stellen lassen. Jetzt läuft die Bewerbung um den Preis für Denkmalpflege.
Sabine und Albert Luyten geht es nicht in erster Linie darum, einen Preis zu gewinnen. "Wir haben viel Spaß daran, diese alten Dinge zu bewahren", sagt Sabine Luyten. Deshalb kümmerte sich das Ehepaar darum, dass die Remise, die auf ihrem Grundstück im Rennekoven steht, unter Denkmalschutz gestellt wird.
Scheune aus dem 18. Jahrhundert
Die Remise auf dem Privatgelände der Familie in Lobberich hat sie als besonderes Zeugnis landwirtschaftlicher Bauweise am Niederrhein von Anfang an fasziniert. In ihrer Bewerbung um den Rheinischen Preis für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) vermuten die Eheleute, dass ihre alte Fachwerkscheune ursprünglich aus dem 18. Jahrhundert stammt. Außen sind Backstein und teilweise noch Lehmflechtwerk und innen die Fachwerkkonstruktion noch weitgehend vollständig erhalten.
Der Preis
Auszeichnung Das Land Nordrhein-Westfalen ehrt mit dem Rheinischen Preis für Denkmalpflege das bürgerschaftliche Engagement zum Erhalt privater Denkmäler.
Kreis Viersen Neben der Remise in Nettetal steht aus dem Kreis die Kap "Klein-Jerusalem bei Willich-Neersen im Wettbewerb.
Preis Der vom Land NRW gestiftete Preis ist auf 7000 Euro dotiert und wird im Herbst verliehen.
"Vor fünf Jahren haben wir das Grundstück gekauft, die Remise ist dann auf unsere Initiative hin im Jahr 2008 unter Denkmalschutz gestellt worden", sagt Sabine Luyten. Die Remise habe sich aber in einem schlechten Zustand befunden. "Seit Mai 2009 restaurieren wir sie", sagt Luyten. Sie findet es "dramatisch, wenn Denkmäler einfach so verfallen." Erst vor kurzem sei in Lobberich eines abgerissen worden.
Viel Geld und Zeit hat Familie Luyten in die Restaurierung ihrer Remise gesteckt. So wurde bereits die Binderkonstruktion mit einem Lastenkran gehoben, der eingefallene Giebel an der Nordseite mit den noch vorhandenen Feldbrandsteinen beigemauert und die Holzbinderkonstruktion repariert. Die Lehmausfachungen des Fachwerkes wurden gesichert und geschützt. "Wir packen regelmäßig auch selbst mit an", sagt Sabine Luyten. So werden derzeit zum Beispiel die zerstörten Fachwerkfelder restauriert oder erneuert. Die erneuerten Felder sind genau nach Vorbild der vorhandenen Ausfachungen gemacht. "Wir haben sogar einen Baustoffhändler gefunden, der historischen Baustoffe liefern kann", so die Bauherrin. So konnte die Familie zum Beispiel noch den alten, originalen Lehm zur Restaurierung nutzen.
Inzwischen kann die Remise schon wieder als Scheune verwendet werden. "Besonders die Katzen fühlen sich dort drinnen sehr wohl. Wir haben außerdem einen Eingang für Eulen eingebaut und hoffen, dass auch sie uns bald besuchen kommen", sagt Sabine Lauten, die mit ihrem Mann auf dem Gelände ein Schulungsunternehmen betreibt.
Die Remise der Familie Luyten in Nettetal ist eine von zwei Bewerbungen für den Rheinischen Preis für Denkmalpflege des LVR aus dem Kreis Viersen, insgesamt haben sich 68 Denkmalschützer beworben. Im Herbst soll der mit 7000 Euro dotierte Preis vergeben werden. Wie ihre Chancen stehen, kann Sabine Luyten nicht einschätzen. "Wir wollen einfach zeigen, dass es auch Privatleute gibt, die sich für den Denkmalschutz engagieren", sagt sie. FRAGE DES TAGES
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