Nettetal: Hochburg für den illegalen Vogelfang?
zuletzt aktualisiert: 24.02.2009Nettetal (RPO). Möglichst schon in der nächsten Sitzung des Umweltschutzausschusses wollen die Grünen Informationen darüber, ob auch in Nettetal illegal Vögel gejagt werden. Die Fraktion hat dazu einen Antrag an Bürgermeister Christian Wagner eingereicht.
Darin führen die Grünen aus, dass der Niederrhein hat "sich inzwischen zu einer Hochburg für illegalen Vogelfang entwickelt" habe. So seien im Kreis Heinsberg Vogelschützer und Polizisten unlängst auf zwei mit Schrot geschossene Graureiher gestoßen. Dort habe man außerdem drei Mäusebussarde tot aufgefunden. Sie hätten neben einer vergifteten Ködertaube gelegen.
Ministerium sammelt Daten
Nach Angaben der Grünen wurden im Kreis Wesel mehrere Vogelfallen entdeckt, im Rhein-Kreis Neuss seien Tellereisen, Fangkäfige sowie tote Habichte und Mäusebussarde gefunden worden. "Inzwischen gibt es ein landesweites Greifvogelmonitoring über das Umweltministerium NRW, wobei Todesfälle durch Fallen, Vergiftung und Jagd bei Greifvögeln durch die Stabsstelle Umweltkriminalität erfasst werden. Auch aus dem Kreis Viersen und speziell aus Nettetal gibt es Hinweise auf illegale Jagdmethoden", berichten die Grünen.
In der Liste der gemeldeten illegalen Tötungen geschützter (Greif-)Vögel vom "Komitee gegen Vogelmord" sei jedenfalls auch der Kreis Viersen vertreten. Vogelschützer beklagten seit längerem, dass bis auf den Turmfalken und den Mäusebussard alle Greifvögel im Kreis Viersen trotz intensiver Schutzbemühungen und Lebensraumverbesserungen in ihrem Bestand abnehmen. Der Habicht sei in Nettetal inzwischen ganz verschwunden, weil Nester gezielt "ausgehorstet" und auch Fallen durch Taubenzüchter aufgestellt würden.
Die Grünen fragen die Stadt daher,, ob den Behörden konkrete Fälle illegaler Vogeljagd bekannt seien und wie verfahren wurde. Die Grünen interessiert, welches Strafmaß ausgesprochen wurde. Wissen wollen sie, wer zuständig ist und wemBeobachtungen gemeldet werden können und wie mit Anzeigen aus der Bevölkerung umgegangen wird. Gefragt wird auch,, was präventiv unternommen wird und ob Jäger und Taubenzüchter in der letzten Zeit auf die Thematik angesprochen wurden, damit sie sich von "schwarzen Schafen" in ihren Reihen distanzieren und anzeigen.
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