Nettetal: Hoffen für Hertie
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 29.01.2009Nettetal (RPO). Ende Februar entscheidet sich endgültig, ob Hertie in Nettetal eine Zukunft hat. Bürgermeister und Einzelhändler sind sich einig: Verlässt Hertie Lobberich, wäre das ein riesiger Verlust.
Hertie in Lobberich ist davongekommen – das Kaufhaus zählt nicht zu den 19 unrentablen Standorten, die Insolvenzverwalter Biner Bähr schließen wird. Eine gute Nachricht, sagt Norbert Backes. "Der Insolvenzverwalter würde nicht vier Wochen vor der endgültigen Entscheidung 19 Häuser schließen, wenn die übrigen 54 nicht überlebensfähig wären", so der Vorsitzende des Werberings Lobberich. Backes ist hoffnungsfroh, dass Hertie in Lobberich eine Zukunft hat. Auch Bürgermeister Christian Wagner freut sich über die gute Nachricht für Lobberich. Er zeigt sich zuversichtlich, dass die Entscheidung Ende Februar endgültig die Zukunft des Hauses sichern wird.
Hertie
Mitmachen Hertie in Lobberich beteiligt sich an den Aktionen des Einzelhandels. Beispielsweise akzeptiert das Warenhaus auch die Nettecard.
Laufendes Verfahren Hertie hatte Ende Juli vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet. Einzelne Immobilien sind verkauft. Das Nettetaler Haus ist es nicht.
Jahrzehnte lange Erfolgsstory
Die Hoffnung kommt nicht von ungefähr: Lobberich und Hertie, das ist eine Jahrzehnte lange Erfolgsstory. Allen Turbulenzen zum Trotz, die das Warenhaus in den vergangenen Jahren erlebt hat. Und deshalb bleibe Hertie für die weitere Entwicklung der Innenstadt ein wichtiger Partner. Das sagen Christian Wagner und Norbert Backes übereinstimmend. Das Haus in Lobberich gehört zu den 54 Filialen, deren Zukunft sich Ende Februar entscheidet. Fortbestand oder Schließung – diese Frage steht jetzt im Raum. Für Bürgermeister und Einzelhändler ist die Antwort klar.
"Hertie ist in seiner jetzigen Struktur in Lobberich nahezu unentbehrlich", sagt Christian Wagner. Daran ändere auch das neu entstehende Einkaufszentrum in der Lobbericher City nichts. Im Gegenteil. Wagner sieht im Hertie-Kaufhaus einen "wichtigen Partner" des neuen Kaufland-Projekts. "Hertie wäre nicht mehr die alleinige, aber die zweite Säule der Innenstadtentwicklung", sagt Christian Wagner. "Die beiden Angebote – Kaufhausvollsortimenter und Lebensmittelvollsortimenter – würden sich gegenseitig befruchten."
Ähnlich äußert sich Norbert Backes. Der Vorsitzende des Lobbericher Werberings zählt das Kaufhaus "zum wichtigen Bestandteil des Lobbericher Einzelhandels". Auch er sieht im Kaufhaus weniger Konkurrenz für den Fachhandel, denn Profit. "Vom Branchenmix hat Hertie das, was wir in Lobberich brauchen", sagt Backes. Das Warenhaus schließe mit seinem Angebot Lücken und erhöhe die Attraktivität Lobberichs. "Die Kundenfrequenz würde stark nachlassen und Lobberich als Einkaufsstandort uninteressanter, wenn es Hertie nicht mehr gäbe", ist sich Norbert Backes sicher. Nicht nur für Kunden ist Hertie ein Argument, nach Lobberich zu kommen. Auch für die Filialisten, die neben Kaufland im neuen Einkaufszentrum eröffnen sollen, sei die Existenz des Hertie-Kaufhauses eine Entscheidungshilfe zur Ansiedlung, sagt der Bürgermeister. Er verweist auf die Qualität des Kaufhauses: "Hertie in Lobberich schreibt schwarze Zahlen und ist ein gut geführtes Haus."
Auch die Kunden sind gefragt
Doch nicht nur Insolvenzverwalter und Investoren seien gefragt, so Norbert Backes. "Eine Verpflichtung der Kunden ist es, mit den Füßen abzustimmen." Jeder, der bei Hertie einkaufe, trage seinen Teil dazu bei, dass es eine Zukunft für das Kaufhaus geben könnte.
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