Nettetal: "Ich bin nicht die Sozialpolizei"
zuletzt aktualisiert: 07.02.2009Nettetal (RPO). Ganz entschieden wehrt sich Streetworkerin Marie-Luise Hellekamps gegen den Eindruck, sie würde am 19. Februar bei der Altweiberfeier rund ums Rathaus ordnungsrechtlich gegenüber Jugendlichen auftreten und sie reglementieren. "Ich bin nicht die Sozialpolizei", sagte Hellekamps. "Ich mache keine Ausweiskontrollen und gehe auch nicht gemeinsam mit der Polizei los." Gleiches gelte für die Mitarbeiter der Jugendzentren Oase Breyell, Jugendheim Hinsbeck und Spielecafé Kaldenkirchen, die ebenfalls an dem Tag unterwegs sein werden. "Wir werden in Zweier-Teams losziehen und das Gespräch mit den Jugendlichen suchen", so Hellekamps. Darüber hinaus verteilen sie 1000 Kondome, die das Kreisjugendamt spendiert hat.
Die Streetworkerin betont, im Umgang mit den Jugendlichen auf einen partnerschaftlichen Stil Wert zu legen. Ihre Botschaft, die sie auch an Altweiber unters Volk bringen möchte: "Man kann ohne Trinken gut drauf sein." Alkoholkonsum sei jedoch nicht nur im Karneval Thema ihrer Präventionsarbeit, sondern das ganze Jahr über.
Zu Hellekamps' Klientel gehören Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 27 Jahre. "In der Pubertät wird viel ausprobiert", sagt sie. Dass Jugendliche dabei besonders häufig zur Flasche greifen, erklärt Hellekamps mit zwei Umständen: "Man kommt leicht dran und kann es schnell besorgen." Das bedeute aber noch lange nicht, dass jeder Jugendliche, der in der Pubertät trinkt, zum Alkoholiker würde. Oft stimmten in solchen Fällen Rahmenbedingungen im Leben nicht. Armut, Gleichgültigkeit innerhalb der Familie, Perspektivlosigkeit seien solche Umstände, die junge Menschen in die Sucht treiben könnten, so Hellekamps.
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