Nettetal: Immer weniger Schüler
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 26.03.2009Nettetal (RPO). Der Entwurf des Schulentwicklungsplans wird jetzt in den Fraktionen beraten. Schuldezernent Schönfelder warnt vor einer reinen Gesamtschul-Diskussion.
Anmeldungen 09/10
Grundschulen 402 Schulneulinge im Sommer (Vorjahr 422).
Hauptschulen 84 (davon wurden 48 an der Gesamtschule abgelehnt).
Realschule 108 (davon wurden 59 von der Gesamtschule abgelehnt).
Gesamtschule 120 (229 wurden angemeldet).
Werner-Jaeger-Gymnasium 83 Anmeldungen (ein von der Gesamtschule abgelehnter Schüler).
Auswärts 59 Schüler.
Die Schulen in der Stadt werden in den kommenden Jahren immer weniger Kinder unterrichten. Im Sommer werden etwas mehr als 400 Neulinge von den neun Grundschulen aufgenommen. Parallel wechseln von dort etwa 450 Kinder auf weiterführende Schulen. In fünf Jahren dürften es jeweils etwa 50 Kinder weniger sein.
Vor diesem Hintergrund diskutieren die Fraktionen im Stadtrat jetzt den Schulentwicklungsplan, dessen Entwurf Erster Beigeordneter Armin Schönfelder dem Schulausschuss vorstellte. Beigefügt hatte Schönfelder das Ergebnis einer Elternbefragung. Der Dezernent warnte eindringlich davor, die Schulentwicklungsplanung nur vor dem Hintergrund zu diskutieren, dass die Gesamtschule seit Jahren stets weit über hundert Kinder abweisen muss. Die SPD hatte angekündigt, eine zweite Gesamtschule zu fordern.
"Nicht auf einem Auge blind"
"Der Gesetzgeber verlangt von uns, das mehrgliedrige Schulsystem zu erhalten", erklärte Schönfelder. "Die Stadt setzt sich nicht, auf einem Auge blind, über den Elternwillen hinweg", wies der Kritik aus Politik und Bürgerschaft daran zurück, dass seit Jahren bereits Kinder an der Gesamtschule zurückgewiesen werden. Doch reiche die rapide sinkende Schülerzahl in der Stadt schon in fünf Jahren kaum mehr für eine zweite Gesamtschule – Haupt- und Realschule seien bis dahin dann nämlich schon nicht überlebensfähig. Schönfelder gab sich zuversichtlich, mittelfristig alle vorhandenen Schulformen in der Stadt erhalten zu können.
"Die Schullandschaft stimmt aber nicht mit dem Elternwillen überein", wandte Guido Gahlings (Grüne) ein. Er kündigte eine Diskussion "ohne Tabus" an, wenn im Juni die Entscheidung über den Schulentwicklungsplan fällt. Unter welchem Druck die Politik gegenwärtig steht, machte Hans Kettler (SPD) deutlich. "Die Ablehnung an der Gesamtschule schlägt nicht erst jetzt hohe Wellen. Die Abweisungen dort sind der jährliche Skandal. Mich wundert, dass die Eltern nicht auf die Barrikaden gehen, sondern das alles so hinnehmen", stellte er fest. Gegenwärtig verteile die Stadt stattdessen Schüler so, dass alle Schulformen erhalten blieben. Kettler unterstrich, dass alle Schule "sehr gute Arbeit" leisteten. Man müsse aber endlich zur Kenntnis nehmen, dass ein Abgangszeugnis einer Hauptschule "Lebenschancen festlegt".
Die CDU legte zur Sitzung ein umfangreiches Papier mit Fragen an die Verwaltung vor. Deren Beantwortung soll zu mehr Klarheit führen, wie die Schullandschaft in der Stadt künftig geplant werden soll. Die Antworten erhalten auch die übrigen Fraktionen für ihre weitere Beratung.
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