Nettetal: Indien-Fieber im Convent
VON JANNETTA SZPAK - zuletzt aktualisiert: 30.08.2010Nettetal (RPO). Im Convent der Pfarre St. Clemens Kaldenkirchen fand gestern zum zweiten Mal ein "Indischer Tag" statt. Ein buntes Programm lockte viele Besucher und machte auf die Schönheit, aber auch auf die Armut Indiens aufmerksam.
Am Eingang zum Convent strömen dem Besucher bereits orientalische Gerüche entgegen, die Appetit machen. Im großen Saal heißen die Tanzgruppe "Bharani" und die Mitveranstalter Interessierte in der "indischen Welt" willkommen. Während aus einer Ecke indische Rhythmen zum Mittanzen und Ausprobieren einladen, gibt es einige Meter weiter Köstlichkeiten aus dem Restaurant "Tandoori". "Indisches Essen muss nicht unbedingt scharf sein", sagt die Besitzerin lächelnd.
Sandra Thönissen, genannt "Sanjana", möchte an den Erfolg vor zwei Jahren beim ersten "Indischen Tag" im Convent anknüpfen. Dafür hat sie zusammen mit verschiedenen Gruppen ein vielseitiges Programm auf die Beine gestellt. Vom Kerzentanz über indischen Tempeltanz und Vorträgen wie "Aufbruch nach Kathmandu" und eine orientalische Modenschau können Gäste an mehreren Workshops teilnehmen.
Spenden für Projekte
Projekte Der Erlös kommt der Indienhilfe, dem Friedensdorf international für Kriegs- und Tsunami-Opfer in Sri Lanka sowie der Organisation Humanplus für die Flutopfer in Pakistan zugute
Schnuppern Am Sonntag, 5. September, können Interessierte beim Tag der offenen Tür von 14.30 bis 17 Uhr im Bauchtanzstudio an der Heinrich-Haanen-Straße 21 in Lobberich an einem Schnupperkursus für Anfängerinnen teilnehmen
Claudius Förster nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise von Indien nach Nepal, wo er vor zwei Jahren seinen Urlaub verbracht hat. Die Fotos, die er dort gemacht hat, hinterlassen Eindruck: Atemberaubende Naturschauspiele, Gesichter von Menschen, die bereits in frühen Jahren vom Leben gezeichnet sind und "Beweismittel, dass tatsächlich der komplette Straßenverkehr lahm liegt, wenn Kühe von einer Straßenseite auf die andere wandern", erzählt Förster lachend. Der Pfadfinder der DPSG Breyell schildert seine Eindrücke und zeigt, "in welch bitteren Umständen viele Menschen dort leben".
Im Nebenraum des Convents hängen an zahlreichen Kleiderständern verzierte Tücher, Kopfschmuck und Taschen aus Sari-Stoffen, die zum Verkauf stehen. Lavanja Balaindran ist eine junge Frau, die die indische Kultur Interessierten näher bringen möchte. Die 24-Jährige tanzt seit 15 Jahren indische Tänze. "Wir sind mit indischen Bräuchen aufgewachsen und möchten sie gern weitergeben", erzählt Balaindran. Auch Vasan Selvarajah hat sich etwas Besonderes ausgedacht: "Wir zeigen eine Art Musical", erklärt der junge Mann vom Tamilisch-Deutschen Verein in Meerbusch. Über Mimik und Gestik werden die Themen Liebe, Trennung und Sehnsucht präsentiert – ohne, dass die Zuschauer die Texte der Lieder verstehen.
Bei den zahlreichen orientalischen Tanzeinlagen wird Sandra Thönissen von Janine Wiehager unterstützt, die seit 20 Jahren in Venlo afrikanischen Tanz unterrichtet. Auch Noura Djabal lädt zum Mitmachen beim orintalischen Bauchtanz ein. "Wir hoffen, dass wir auch mit der zweiten Benefizveranstaltung Erfolg haben", sagt Sandra Thönissen. Denn alle Einnahmen werden für gute Zwecke gespendet.
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