Nettetal: Investitionen rechnen sich
VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 31.08.2010 - 19:29Nettetal (RPO). Das Städtische Krankenhaus konnte das vergangene Jahr auch aufgrund steigender Patientenzahlen mit einem Überschuss abschließen. Die Stadt Nettetal hebt die wohnortnahe Gesundheitsversorgung hervor.
Geschäftsführer Jörg Schneider kann sich entspannt zurücklehnen. "Trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem ist das städtische Krankenhaus gut aufgestellt", sagt er. Den Grund für die positive Bilanz sieht Schneider in einer "permanenten Weiterentwicklung des Hauses". Das sei scheinbar bei den Patienten angekommen: Während im Jahr 2008 noch 6800 Patienten behandelt wurden, waren es 2009 bereits 7000.
Im vergangenen Jahr ist am Nettetaler Krankenhaus eine Menge investiert worden: So schaffte das Haus einen neuen, moderneren Gerätepark für Endoskopie und Ultraschall an. Kostenpunkt: 450 000 Euro. Die Intensivstation ist von neun auf elf Betten erweitert worden, eine neue Liegendanfahrt wurde gebaut. "Wir können dadurch eine höhere Anfahrtfrequenz von Rettungswagen verzeichnen", sagt Jörg Schneider.
Das Krankenhaus
Jahresabschlüsse 2009 Die Ergebnisse der Tochtergesellschaften NetteVital und GS-Service sind ausgeglichen, das Krankenhaus erzielte einen Überschuss von 67 000 Euro.
In allen drei Gesellschaften arbeiten rund 300 Vollkräfte.
Das Gesamtbudget des Krankenhauses für 2009 beziffert Geschäftsführer Schneider auf rund 25 Millionen Euro, das seien 1,5 Millionen mehr als 2008.
Im medizinischen Bereich freut sich der Geschäftsführer über die Anerkennung des Hauses als ambulante Fußeinrichtung nach der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). "Für 2011 streben wir die Anerkennung als stationäre Fußambulanz an", sagt Schneider. Besucher und ambulante Patienten haben nun außerdem mehr Möglichkeiten, ihr Auto nahe des Krankenhauses abzustellen: Es sind 16 neue Parkplätze geschaffen worden.
Ausruhen wollen sich das Nettetaler Krankenhaus und Geschäftsführer Jörg Scheider auf der guten Bilanz des vergangenen Jahres aber nicht. Schneider liegt zum Beispiel die Weiterentwicklung der Zentralen Patienten Aufnahme (ZPA) am Herzen. Interne Abläufe sollen im Sinne des Patienten verbessert werden. "Die Reduzierung der Wartezeiten ist dabei nur eines der Ziele", sagt er.
Ein Großprojekt des Krankenhauses ist die Etablierung eines Darmzentrums. "Wir sind das einzige Krankenhaus im Kreis, das die Voraussetzungen erfüllt", sagt Schneider. Schwerpunkte der Gastroenterologie und Onkologie ermöglichen individuelle Therapien für Darmkrebspatienten. Im Dezember diesen Jahres beginnt außerdem der Ausbau der ambulanten Chemotherapie. "Statt einem großen Raum haben wir dann drei Räume zur Verfügung", so Schneider. Die hohe Nachfrage habe diese Maßnahme nötig gemacht.
Auch der Aufsichtsrat ist zufrieden und betont die Bedeutung eines eigenen Krankenhauses für Nettetal. "Der Demografiebericht zeigt, dass es zwar kaum Bevölkerungsschwund in Nettetal gibt, dass wir aber altern. Mit diesem demografischen Wandel geht eine eingeschränkte Mobilität einher: Eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung ist umso wichtiger", sagt der Vorsitzende, Ingo Heymann.
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