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Nettetal: Kampf um die Allee

VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 13.09.2012

Nettetal (RP). Anwohner der Venloer Straße lassen nicht locker. Sie wollen nicht, dass die Eschen gefällt werden und setzen auf den Schutz von Alleen. Die Stadt bleibt bei ihren Ausbauplänen und dabei, dass die Bäume weg müssen.

Hier stehen sie noch in Reih und Glied – demnächst sollen einige Pappeln weichen. Bei den Bürgern regt sich nach wie vor Protest.  Foto:  Busch
Hier stehen sie noch in Reih und Glied – demnächst sollen einige Pappeln weichen. Bei den Bürgern regt sich nach wie vor Protest. Foto: Busch

"Ach ja, zur Venloer Straße müssen wir nicht viel sagen", meinte die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche, als der Planungsausschuss Investitionsvorhaben für 2013 beriet. Ein paar Minuten ging das gut, aber dann legte die SPD den Finger in die Wunde. Rolf Spitzkowsky bat, die Kosten des Ausbaus auszuklammern und eine Versammlung der Bürgerinitiative abzuwarten.

Die Stadt will einen Abschnitt der Venloer und der Karlstraße erneuern. Vor allem die Venloer Straße ist auf dem Abschnitt von der Karl- bis zur Wallstraße in einem katastrophalen Zustand. Weil heute aber keine Straße innerorts mehr ausgebaut wird, ohne dass Fuß- und Radwege sowie Parkbuchten gebaut werden, handelt es sich um eine grundlegende Maßnahme. Und dazu gehört die Feststellung, dass die großen Eschen an der Venloer Straße ebenfalls unter die Lupe genommen wurden.

Info

Ausbauplanung

Kosten Die Stadt hat Gesamtkosten in Höhe von 980 000 Euro für die Venloer und die Karlstraße veranschlagt. An Beiträgen werden danach 472 000 Euro fällig.

Abrechnung Der gesamte Straßenzug wird nach Angaben der verwaltung abgerechnet, als nicht aufgeteilt in Venloer und Karlstraße. Nach Kommunalabgabegesetz werden Beiträge in Höhe von 50 Prozent erhoben.

Ein Vereidigter Sachverständiger erklärte der Stadt gutachterlich, dass die Bäume nicht mehr stand- und verkehrssicher sind. Die Stadt sieht sich gezwungen, die Bäume im Rahmen der Baumaßnahme zu fällen. Dagegen laufen Anwohner Sturm. Sie fühlen sich nicht ausreichend informiert über die Planung und die auf sie zukommenden Kosten sowie über die Gründe, dass die Bäume weg sollen.

Hoffnung setzen sie darauf, dass die Allee möglicherweise rechtlich geschützt ist. Susanne Fritzsche bestätigte, dass die Bezirksregierung prüft, allerdings sei die Lage rechtlich verworren. "Keine weiß, wie das zu handhaben ist", sagte sie. Spitzkowskys Aufforderung, die Versammlung der Bürger zu besuchen, lehnte sie ab. Die Stadt wisse davon nichts und habe keine Einladung erhalten. "Ich gehe davon aus, dass wir bei dem Treffen auch nicht erwünscht sind", erklärte sie.

Zu berücksichtigen bleibe, dass die Venloer Straße eine innerörtliche Durchgangsstraße sei, die Linienverkehr aufnehme, ein Schulweg sei, Parkdruck an einigen Grundstücken habe und um die Ecke gebe es das Curanum-Pflegeheim. Sie hätte gerne die Bäume erhalten, aber selbst der in solchen Fällen sehr kritische Landschaftsbeirat habe der Beseitigung bereits zugestimmt. "Wir haben gewissenhaft an einer Lösung gearbeitet", fügt sie hinzu.

Die Dezernentin wies auch darauf hin, dass es besser sei, jetzt alle Bäume wegzunehmen und dann neue zu pflanzen, "sonst kriegen wir da doch nie wieder eine Allee hin. Das bliebe doch nur Stückwerk, wenn wir mal hier oder dort eine Esche wegnähmen".

Ende Oktober will die Stadt die Bürger über die anstehenden Arbeiten informieren, wenn die Bezirksregierung keine Einwände hat. Noch in diesem Jahr sollen vorbereitende Arbeiten zum Straßenbau folgen.

Quelle: RP/rl
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