Nettetal: Kanal verschlingt Millionen
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 24.02.2009Nettetal (RPO). Allein in Lobberich sind vorwiegend zur Sanierung in den nächsten Jahr rund 10 Millionen Euro veranschlagt. Am Dellerweg in Leuth wird ein Regenwasserkanal mit Überlaufbecken gebaut. Hinsbeck wartet auf Entlastung.
Der Nettebetrieb steckt in den Jahren bis 2014 mehr als 11 Millionen Euro in das Kanalnetz. Rechnet man den Bedarf an Sanierungen und Neubauten hoch, soweit er bisher bekannt ist, wird die Stadt bis 2020 sogar mehr als 21 Millionen Euro aufwenden müssen.
Ein bisschen schwindelig wurde dem Vorsitzenden des Betriebsausschusses, Günter Werner, angesichts solcher Zahlen unlängst schon. Denn die Ausgaben sind unausweichlich, und sie schlagen sich später in der Kalkulation der Gebühren nieder. Andererseits gilt aber auch, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Nähere Einzelheiten und das künftige Vorgehen wird daher ein Arbeitskreis von Fachleuten und Politikern in nächster Zeit beraten.
Grundlagen
GEP Die Grundlage für das Konzept bildet der Generalentwässerungsplan, der für einen konkreten Zeitraum aufgestellt wird.
ABK Daraus resultiert das Abwasserbeseitigungskonzept. Es handelt sich um einen Ablaufplan für Arbeiten, die nach finanziellen und technischen Möglichkeiten sowie gesetzlichen Vorschriften aus dem GEP hervorgehen.
Bis auf wenige Bereiche im Stadtgebiet liegt in Nettetal Flächen deckend Kanal. Der Bau von Druckwasserkanälen in Außenbezirken hat in jüngster Vergangenheit viele Außenbereiche ans Netz angebunden. Das gilt für Glabbach im Norden Hinsbeck ebenso wie für Dyck und Rennekoven in Lobberich, Kreuzgarten in Schaag oder Hülst, Tomp oder Struck in Kaldenkirchen. 2013 soll eine Druckleitung die weit abgelegenen Plankenheide im Norden Leuths anschließen.
TV-Kamera kontrolliert
Der Nettebetrieb lässt in regelmäßigen Abständen alle Kanäle mit einer TV-Kamera durchfahren. Im Augenblick kontrollieren Fachleute das Kanalisationssystem in Lobberich. Dort gibt es reichlich unangenehme Ergebnisse. Düsseldorfer, Hoch- und Marktstraße müssen saniert und vor allem unsachgemäße Hausanschlüsse in Ordnung gebracht werden. Allein hier fallen in diesem Jahr etwa 1,4 Mio. Euro an Kosten an. Die Sanierungsarbeiten bis 2014 sind für Lobberich mit fast 10 Mio. Euro veranschlagt.
Dringend handeln muss der Abwasserbetrieb aber auch in Hinsbeck. Die Kanalisation ist in ihrem heutigen Zustand überlastet. Schrittweise wird daher in den kommenden Jahren am Kanal gearbeitet. Dieses Jahr geht es los mit der August-Färvers- und der Stauffenbergstraße. Kommendes Jahr geht es weiter in der Land- und der Grefrather Straße. Im Jahr 2011 sind Neustraße sowie Höhenweg und Peter-Berten-Straße im Programm.
Wenn es um den Einsatz von Geld geht, ist der dickste Brocken der neubau eines Regenwasserkanals auf dem Dellerweg in Leuth. Er entwässert das Industriegebiet und die Sektion Schwanenhaus, dazu kommt ein Regenüberlaufbecken zwischen Branderhof und Autobahn. In der für 2009 und 2010 veranschlagten Bauzeit werden rund 4,4 Millionen Euro hier verarbeitet.
In diesem Jahr soll außerdem der Kanal in der Kindter Straße in Schaag (im Zuge des Ausbaus der Kreisstraße) und in Rieth für etwa 625 000 Euro in Ordnung gebracht werden. Die Arbeiten hängen auch vom Kreis ab. KOMMENTAR/ FRAGE DES TAGES
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