Nettetal: Kein Humor bei der Sicherheit
VON EBERHARD LANGE - zuletzt aktualisiert: 12.01.2012Nettetal (RP). Der lange gefährdete Tulpensonntagszug in Hinsbeck ist gesichert. Auf der Grundlage des zentralen Zuges 2011 in Lobberich dürfen die Jüüten durch das Bergdorf ziehen. Die strengen Auflagen sind heute allgemein üblich.
In Kaldenkirchen laufen die Vorbereitungen auf den gesamtstädtischen Tulpensonntagszug auf Hochtouren. Auch in anderen Stadtteilen werden der der Wagenbau und die Kostümgestaltung von Fußgruppen mit Feuereifer vorangetrieben. In Hinsbeck dagegen herrschte Katerstimmung. Der traditionelle kleine Zug durchs Bergdorf war in Gefahr, weil Kosten und Rahmenbedingungen die Möglichkeiten sprengten. Quasi im letzten Augenblick ist der Zug aber jetzt wohl doch gesichert.
Die KG Hinsbecker Jüüte, die seit fast 20 Jahren den Hinsbecker Tulpensonntagszug organisiert, hatte die Teilnehmer des vergangenen Jahres in das Parkstübchen eingeladen. Aus der Krisensitzung wurde Aufbruchstimmung. Jüüte-Präsidentin Margret Hendrix berichtete: "Der Hinsbecker Tulpensonntagszug kann am 19. Februar ab 10.30 Uhr durch das Bergdorf ziehen."
Auch das ist wichtig
Versicherung Für jedes Kraftfahrzeug ist eine Kraftfahrzeug-/Haftpflichtversicherung nachzuweisen, die auch Schäden im Rahmen der Karnevalsveranstaltung abdeckt.
Meldungen Hinsbecker Vereine und Gruppen können sich noch bei Margret Hendrix, KG Hinsbecker Jüüte, anmelden: Tel. 02157 12 89 29.
Noch bei der Terminabstimmung aller Hinsbecker Vereine im Herbst war der Karnevalszug gefährdet. VVV-Vorsitzender Peter Beyen hatte auf stark gestiegene Versicherungsbeiträge verwiesen. Die hatte der VVV stets übernommen, um die KG Hinsbecker Jüüten zu entlasten. Sie organisiert einen örtlichen Zug für die Hinsbecker Vereine, die am Nettetaler Zug teilnehmen.
Hiobsbotschaft kam im Herbst
Die Hiobsbotschaft hatte der VVV beim Vereinstreffen im Herbst vorgetragen: "Nur noch eine Versicherung deckt das Risiko ab – und die verlangt für eine halbe Stunde 400 Euro. Das kann sich der VVV nicht erlauben. Die Prämien sind von bisher 100 auf 400 Euro gestiegen", erläuterte Peter Beyen damals der konsternierten Runde. Er versprach zu prüfen, ob der Hinsbecker Zug im Rahmen des großen Nettetaler Zuges versichert ist.
Inzwischen fand der VVV Hinsbeck in Abstimmung mit der Stadt und dem Karnevalskomitee Kaldenkirchen, das in diesem Jahr den zentralen Tulpensonntagszug ausrichtet, eine für Hinsbeck tragbare Lösung. Beyen händigte den Vereinsvertretern die "vorläufigen Teilnahmebedingungen" für dieses Jahr in Hinsbeck auf. Sie beziehen sich auf die Genehmigung der Stadt Nettetal für den Tulpensonntagszug 2011 in Lobberich.
Danach darf keine Techno-Musik gespielt werden. An jeder Wagenachse müssen durch Warnwesten erkennbare Sicherheitskräfte gestellt werden. Insgesamt sind 46 Punkte aufgelistet, die zu beachten sind. So dürfen teilnehmer keine Musik auf dem Weg zum und vom Zug spielen (lassen). Während des Zuges darf nur Karnevalsmusik abgespielt werden. Verstöße werden mit dem Ausschluss noch während des Zuges geahndet. Die Leistung der Beschallungssysteme darf 80 db(A) nicht übersteigen. Alle Fahrzeuge müssen technisch einwandfrei sein und eine TÜV-Abnahme haben. Die Fahrer haben sämtliche Papiere mitzuführen.
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