Nettetal: Kinder stehen im Mittelpunkt
VON MANFRED MEIS - zuletzt aktualisiert: 19.11.2010Nettetal (RPO). Im letzten Teil der "Ideenwerkstatt 2015 plus" konzentrierten sich die Diskussion und die Vorschläge auf Bildungs- und Jugendarbeit. Gewünscht wird die enge Zusammenarbeit von Kindergärten und Grundschulen.
Um künftige Bildungs- und Jugendarbeit ging es bei der letzten "Ideenwerkstatt 2015 plus", deren Anregungen und Vorschläge in die Formulierung der Leitziele Nettetals für dieses Jahrzehnt einfließen. Im Mittelpunkt sollen die Kinder und Jugendlichen stehen, die umso mehr umsorgt werden müssen, da sie immer weniger werden. Mit nur noch 300 Schulanfängern wird 2015 gerechnet, 36 Prozent weniger als im Jahre 2000.
Die rund 50 Vertreter von Schulen, Kindergärten und Trägern der Jugendarbeit konzentrierten ihre Vorschläge auf verstärkte Zusammenarbeit und innere Verbesserungen des Schulsystems. Die Gemeinschaftsschule der neuen Art kam nicht auf die Pinnwand ("Qualität verträgt keine riesigen Systeme"), wohl aber die Forderung nach mehr Ganztagsschulen und der "Inklusion radikal: Eine Schule für alle" (auch Kinder mit Behinderung – wie auch immer – besuchen die Regelschulen).
Bisherige Themen
Bürger Der Erhalt der Netteseen lag den Bürgern in ihrer Ideenwerkstatt ganz besonders am Herzen.
Vereine Eine Hotline der Verwaltung, Beratung und direkter Kontakt dorthin stand bei den Vereinen inhaltlich besonders hoch im Kurs.
Wirtschaft Die Sorge um qualifizierte Nachwuchskräfte beschäftigte die Unternehmen sehr.
Gewünscht sind eine intensive Kooperation zwischen Kindergärten und Grundschulen ("Legalisieren!") über "runde Tische und gemeinsame Fortbildung" sowie zwischen Schule und Jugendamt. Erforderlich sei mehr Sozialtraining für Schüler wie auch eine Elternschule.
Mehr Fachkräfte gefordert
Weil NRW in der Lehrer-Schülerrelation weit hinten liegt, wie Moderator Frank Bienkowski in Erinnerung gerufen hatte, wurden mehr Fachkräfte pro Kind und kleinere Klassen gefordert – Jugendliche sollten schon früh mit der Arbeitswelt konfrontiert werden: Praktiker aus den Betrieben sollten in den Unterricht kommen. Auch müssten Arbeitsplätze ohne Ausbildung geschaffen werden. Gewünscht wurde auch ein städtisches Onlineportal für Arbeits- und Ausbildungsplätze. Was die Kinderbetreuung angeht: Flexible Arbeitszeiten seien wichtiger als flexible Öffnungszeiten von Kindergärten.
Bei der Jugendarbeit wurde trotz guter Ansätze eine weiterhin verstärkte Kooperation gewünscht. Nach der Maxime "Jugendarbeit ist Bildungsarbeit" seien mehr Jugendkulturprojekte nötig. Dem Wunsch nach "mehr Angeboten für muslimische Mädchen" folgte der Vorschlag, christliche und muslimische Jugendliche sollten sich austauschen, wie sie Glauben leben. Dies fördere den Kontakt zwischen unterschiedlichen Kulturen.
Bürgermeister Christian Wagner versicherte, dass die Anregungen in die weiteren Überlegungen einfließen werden, denn eine "attraktive soziale Bildungslandschaft ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für den Standort Nettetal". Erste Ergebnisse sollen am 2. Dezember im Haupt- und Finanzausschuss präsentiert werden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


