Nettetal: Kinder verbinden Technik mit der Natur
VON JANNETTA SZPAK - zuletzt aktualisiert: 09.08.2010Nettetal (RPO). Julian schaut etwas verwirrt. Was soll denn die Reporterfrage: "Woher wisst ihr das alles eigentlich?" "Aus Büchern", sagt der Junge trocken und lehnt sich entspannt zurück. So etwas weiß man halt. Die Frage – vollkommen überflüssig. Auf dem Naturschutzhof steht die Natur wieder mal im Vordergrund. Es geht um das Thema "Bionik".
Acht Jungen und Mädchen wissen bereits jede Menge über Pflanzen und Tiere. Die ihnen gestellten Aufgaben lösen die kleinen Forscher zwischen acht und zwölf Jahren mit großer Freude und Wissbegierigkeit.
Großer Forschergeist
Wiebke Esmann, Leiterin des Naturschutzhofes, hat mit einer Kollegin allerlei für diesen Vormittag vorbereitet. Was verbirgt sich wohl unter der hellbraunen Decke? Sofort stürmen die Kinder auf den zugedeckten Tisch los. "Ihr dürft noch nicht gucken", warnt Esmann. Doch schon ist es zu spät, und die Abdeckung wird schnell auf die Sitzbank gepackt. Darunter findet sich ein Memory-Spiel aus Natur und Technik.
Noch ist den Kindern nicht klar, warum Mohnblüten, Wespennester, eine Schere von einem amerikanischen Flusskrebs und eine leere Dose Ölfarbe auf dem Tisch stehen. Langsam führt Wiebke Esmann die jungen Naturforscher an die Aufgabe heran: "Es geht darum, dass ihr Pärchen aus den technischen Sachen und den Naturprodukten finden müsst."
Schnell greift Jannik nach dem Salzstreuer. Dass Mohnblüten und der Streuer zusammengehören, erklärt der Schüler den anderen Kindern. Bei dem Bild eines Nagetiers werden die Phantasievorstellungen ganz groß: "Haie haben auch ein großes Gebiss. Wenn sie einen Zahn verlieren, wäschst er schnell wieder nach", berichtet Julian. Da staunt mancher Erwachsener nicht schlecht, wenn Grundschüler über die Natur bestens Bescheid wissen.
Die Dornen und den Stacheldraht führt Enya erfolgreich zusammen. Zum Schluss bleibt nur noch ein Klettverschluss auf dem langen Tisch liegen. "Dazu schauen wir uns einen kurzen Film an, um zu erfahren, wer den Klettverschluss eigentlich erfunden hat", verkündet Wiebke Esmann.
Drinnen legt die Leiterin eine DVD ein. Zwei Binakulare Mikroskope haben die Forscher bereits ausprobiert und den "Lotuseffekt" genau untersucht. Auf dem grünen Blatt perlen die Wassertropfen ab. Die Ferienaktion-Teilnehmer versuchen sich gegenseitig zu erklären, was sie unter dem Mikroskop erkennen: "Die Muschel hat feine blaue Streifen", erzählt Nils und greift gleich in den weißen Eimer nach der nächsten Muschel. Die DVD macht Lust darauf, das Theoretische im Film in die Praxis umsetzen. Gleich geht es wieder gemeinsam nach draußen, denn fällt der Klebstoff tatsächlich auch von der Lotusblüte hinunter? "Na klar", sagt Julian überzeugt und springt schon eilig von seinem Stuhl auf. In der Verbindung von Natur und Technik gibt es halt immer wieder etwas zu entdecken.
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