Nettetal: Knackpunkt Kaldenkirchen
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 30.08.2009 - 23:43Nettetal (RPO). Die CDU verlor Sonntag sechs Prozent in der Gunst der Wähler gegenüber 2004. FDP und Grüne gewannen, die SPD sackte noch tiefer ab. WIn und ABK eroberten zwei bzw. drei Sitze im neuen Stadtrat.
Mit einer ebenso simplen wie griffigen Kampagne haben die "Aktiven Bürger für Kaldenkirchen" (ABK) den Einzug in den Stadtrat geschafft. Sie spielten die Klaviatur eines durch und durch benachteiligten Stadtteils mit großem Erfolg bei den Wählern dieses Stadtteils herauf und herunter. Mit 25 Prozent der Stimmen in den fünf Kaldenkirchener Wahlbezirken eroberten sie 5,8 Prozent stadtweit. Das reichte für drei Mandate und Fraktionsstatus.
SPD verlor erneut
Die CDU verlor gegenüber der Wahl vor fünf Jahren sechs Prozent – ein deutlicher Hinweis, wohin Stimmen abgewandert sind. In Kaldenkirchen verbuchte sie mit 1522 Stimmen gegenüber 987 für ABK nur noch 38,6 Prozent. Noch einmal geschwächt wurde auch die SPD, die ihr schlechtestes Ergebnis aus Nettetaler Zeiten mit 20,5 Prozent einfuhr. Da half auch die Mobilisierung der Genossen nichts, die in der vorletzten Wahlzeit noch die Fraktion gebildet hatten. Ein Teil dieser Verluste geht auf das Konto von WIN. Die Wählergemeinschaft des Ex-Sozialdemokraten Hajo Siemes sicherte sich 4,2 Prozent der Stimmen und vermutlich zwei Mandate im neuen Stadtrat.
Leichte Verluste musste die FDP hinnehmen, während die Grünen ihr Ergebnis aus 2004 noch einmal leicht verbesserten. Nach ersten Feststellungen gab es sehr viele Stimmen der Erst- und Jungwähler für die Grünen. Jetzt bleibt abzuwarten, ob die CDU mit den anderen Parteien und Wählergemeinschaften Gespräche führen wird und wer möglicherweise am ehesten zu einer Gestaltungsmehrheit mit der Union bereit wäre. Parteivorsitzender Jürgen Boyxen kündigte gestern einen Strategiewechsel im Umgang mit Stadtteilen an.
Hoch zufrieden sein durfte Bürgermeister Christian Wagner. Er legte deutlich im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren zu. Er bleibt damit wetiere sechs Jahren im Amt. Allerdings fehlten diesmal auch die beiden unabhängigen Kandidaten Schomm und Harmes, die seinerzeit erheblich Stimmen abgeschöpft hatten. Interessant und bedenkenswert ist, dass Hauptgegenspieler Christian Schürmann von der SPD in seinem Wahlbezirk Leuth mit 42,8 Prozent sogar vor Christian Wagner lag, der auf 40,3 Prozent der Stimmen kam.
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