Nettetal: Kontrolle ist besser
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 25.07.2009Nettetal (RPO). Klaus Ermers ist Hausmeister an der Lobbericher Gemeinschaftsgrundschule. Er hat aber eine zusätzliche Aufgabe: Ermers ist täglich in den Nettetaler Schulen unterwegs, um die Reinigung dort zu kontrollieren.
"Mensch, das glänzt ja richtig." Die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche strahlte mit dem Fußboden einer Klasse im Obergeschoss der Gemeinschaftsgrundschule in Lobberich um die Wette, als Hausmeister Klaus Ermers ihr einen Blick ermöglichte. Zum Monatsanfang hat die Firma Schubert nach der Ausschreibung durch den Nettebetrieb die Reinigung in den städtischen Schulen übernommen.
Schule war zu dreckig
Die Erleichterung der Dezernentin kann man nachfühlen. Im vergangenen Jahr hatte eine Affäre um misslungene Reinigungsleistungen die Stadt monatelang in Atem gehalten. Selbst eine Schule wurde geschlossen, weil's dem Leiter schlicht zu dreckig war. Die Stadt zog die Notbremse, weil auch langatmige Erklärungen im Ergebnis nicht für Sauberkeit sorgten. Der Vertrag wurde aufgelöst, die Reinigung neu ausgeschrieben.
Sechs Lose
Drei Unternehmen Den Zuschlag erhielten die Winkels Service-GmbH aus Geldern, Schubert Dienstleistungen Düsseldorf und die Geilenkirchener Gebäudereinigung und Service GmbH.
Ausgeschrieben wurden sechs Lose (Aufträge) für Turnhallen und Kindergärten, für Rathaus, Bauhof, Bürgerhaus, Bücherei, Feuerwehrgerätehaus, Mehrzweckhalle und Friedhofshallen. Zwei Lose waren bestimmten Schulen zugeordnet worden, zwei weitere Lose betrafen die Fensterreinigung bestimmter Gebäude.
Die Düsseldorfer Firma Schubert reinigt seit dem 1. Juli die Schulen. Die Stadt hat zwar Vertrauen in die Leistungen des Unternehmens, will aber keinesfalls die bitteren Erfahrungen des vergangenen Jahres wiederholen. Deshalb wurde daher Klaus Ermers eingestellt. Der 47-Jährige ist Hausmeister an der Gemeinschaftsgrundschule im Lobbericher Hoverbruch, hat aber eine zusätzliche Aufgabe: Er wird Reinigungsleistungen kontrollieren. Der gelernte Tischler bereitet sich in speziellen Schulungen auf die Aufgabe vor. Wichtig ist, dass er genau weiß, was der Firma abverlangt wird, er muss sich in Materialkunde auskennen und vor allem fachlich einen engen Kontakt zu den Objektleitern herstellen.
"Morgens bin ich ab 7 Uhr hier in meiner Schule", berichtet der Familienvater (zwei Kinder), der ehrenamtlich Chef der Feuerwehr in Hinsbeck ist. Gegen 10 Uhr ist er dann in der ganzen Stadt unterwegs. Er kontrolliert die Reinigung, steht aber auch anderen Hausmeistern zur Seite, wenn's erforderlich ist. Seine wöchentlich 39 Arbeitsstunden teilt Ermers eigenständig auf. So wird er auch am frühen Abend noch einmal Rundreisen, um sich das Ergebnis von Reinigungen anzusehen. "Wir wollen mehr agieren können und weniger reagieren", unterstreicht die Technische Beigeordnete. Rudi Ucher vom Nettebetrieb gefällt vor allem, dass auf diese Weise interne Serviceleistungen viel besser umgesetzt werden können. Ermers hat sich längst vertraut gemacht mit Besonderheiten. Und da er Tischler ist, sind seine handwerklichen Fähigkeiten natürlich ebenfalls sehr willkommen.
Unterstützung naht
Wenn gegen Ende der Ferien und nach Abschluss der zurzeit laufenden Bauarbeiten an den Schulen die Grundreinigung im vollem Umfang beginnt, bekommt er Hilfe: Schüler, die sich im Bauhof mit Ferienjobs ein wenig Geld dazuverdienen, räumen mit ihm gemeinsam Klassen aus und wieder ein.
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