Nettetal: Konzept für den Straßenbau
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 12.05.2010Nettetal (RPO). Viele Straßen in Nettetal sind in einem sehr schlechten Zustand. Einige müssen umgehend repariert werden. Für andere lohnt sich das nicht, es wäre hinausgeworfenes Geld. Neubauten sind teuer – auch für die Anwohner.
Rein äußerlich macht der Sassenfelder Kirchweg, der in Lobberich am Krankenhaus vorbeiführt, einen zwar rumpeligen aber noch hinnehmbaren Eindruck. Das täuscht gewaltig. Er steht auf einer umfangreichen Liste von Straßen, die nach Auffassung des Nettebetriebs nicht mehr lange halten. Seit der letzten Ratssitzung ist die Straße dennoch von der Dringlichkeitsliste herunter. Inklusive Planungskosten kostet der Ausbau 850 000 Euro. Davon müssten die Anwohner 340 000 Euro beisteuern.
Solche Entscheidungen schrecken jeden Kommunalpolitiker. Auch wenn das Gesetz es vorschreibt, ist es unangenehm, Bürger für den Ausbau von Straßen zur Kasse zu bitten. Denn da sind schnell einige tausend Euro fällig.
Planungen
Beschlossen sind in Kaldenkirchen Schützenstraße, Venloer Straße, Radweg Kleinbahn, P+R-Anlage am Bahnhof; in Leuth Deckensanierung Schwanenhaus (nach Kanalbau).
Noch offen ist die Entscheidung über Planung und Ausbau in Lobberich Sassenfelder Kirchweg, Wevelinghover Straße.
Gebaut werden 2010 in Schaag Kindter Straße und Hubertusplatz.
Überall Löcher
Aber es sind nicht nur die Kosten für die privaten Haushalte, die den Rat zurückzucken ließen. Im städtischen Haushalt klaffen derartige Lücken, dass die Löcher in den Straßen selbst die Autofahrerlobby nicht mehr mobilisieren. Aber so ganz kommt die Stadt nicht daran vorbei, ihre Straßen zu flicken oder Vorbereitungen auf umfangreichere Sanierungsarbeiten zu treffen.
So lässt sich Nettetal das Ausbessern von durch den harten Winter zusätzlich lädierten Straßen annähernd 180 000 Euro kosten. Nahezu 200 000 Euro steckt die Stadt außerdem in die Planungskosten zum Ausbau von Straßen. Eine ganz alte Bekannte ist dabei die Schützenstraße in Kaldenkirchen, die im Jahr 2012 für 320 000 Euro gebaut werden soll. Stattliche 261 000 Euro verlangt die Stadt nach dem gesetzlich festgelegten Schlüssel den Anwohnern als Eigenanteil ab. Mit Planungskosten wird die im jämmerlichen Zustand befindliche Venloer Straße in Kaldenkirchen die Stadt 870 000 Euro kosten. Hier wären die Anwohner mit 340 000 Euro Anteil dabei. Sie soll nach dem Willen der Technischen Beigeordneten Susanne Fritzsche bereits im kommenden Jahr angepackt werden.
"Vor dem Konzept zum Straßenausbau steht die Planung und Untersuchung", erklärte sie auf bohrenden Fragen aus den Ratsfraktionen nach der Notwendigkeit. Die für dieses Jahr veranschlagten Planungskosten sollten die Stadt vor bösen Überraschungen schützen, denn man wisse nie, was sich im Untergrund getan habe. Und nur so könnten konkrete Kosten ermittelt werden.
Zustimmung erhielt sie für das Vorgehen. CDU-Fraktionschef Günter Werner begrüßte die konzeptionelle Vorarbeit. Sie lasse sich mit dem bewährten Konzept für die Kanalisation vergleichen. Etwas skeptischer äußerte sich Hans-Willy Troost (FDP). Der Nettebetrieb sollte keine Pläne für die Schublade machen, die sich alsbald als wertlos herausstellten. FRAGE DES TAGES
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


