Nettetal: Kreis bereitet Krisenstab vor
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 21.08.2010Nettetal (RPO). NRW-Innenminister Jäger verschärft Bestimmungen für Großveranstaltungen. Sie greifen bereits beim Neusser Schützenfest in einer Woche. In Nettetal ist offiziell für die WDR-2-Veranstaltung nichts bekannt.
Im Rathaus geht ausgerechnet zum Thema Sicherheit nun Unsicherheit um. NRW-Innenminister Jäger hat dem Vernehmen nach die Sicherheitsvorkehrungen für Großveranstaltungen verschärft. Kommunen dürfen sie nur genehmigen, wenn alle betroffenen Behörden mit dem Sicherheitskonzept einverstanden sind. Wie mit der WDR-Veranstaltung in zwei Wochen umzugehen ist, scheint unklar zu sein.
Das Neusser Schützenfest am nächsten Wochenende ist betroffen: Bis Ende kommender Woche muss ein Sicherheitskonzept vorgelegt werden, mit dem alle beteiligten Behörden einverstanden sein müssen. Angeblich müssen künftig die Kreise Großveranstaltungen in Gemeinden genehmigen.
Was noch wichtig ist
Vorkehrungen Die Stadt hat nach Schönfelders Angaben zusätzlich "eine Menge Geld in die Hand genommen", um das Konzertgelände in Lobberich auch sicherheitstechnisch herzurichten.
Konzepte Es gibt ein Konzept des Veranstalters (WDR2 Media Group GmbH) für das Konzertgelände sowie eines auch der Stadt für die restlichen Veranstaltungsräume im Ortskern.
In Neuss werden "nur" etwa 10 000 Besucher erwartet. Das Schützenfest wird nicht mehr als Volksfest, sondern als Großveranstaltung klassifiziert. Nettetals Bürgermeister Christian Wagner ist mit der Erwartung von bis zu 25 000 Besuchern des Konzerts mit Nena und Amy MacDonald deutlich optimistischer als der WDR selbst, der 15 000 Besucher ins Auge fasst.
Bisher nichts konkret bekannt
Erster Beigeordneter Armin Schönfelder, Sicherheitsbeauftragter der Stadt, hat bisher keine Information aus dem Ministerium. "Es gibt eine Rede des Ministers zum Thema, aber keine Verordnung und keinen Erlass. Wir haben die ganze Woche das Internet und unsere Post durchforscht. Bisher wissen wir nicht", sagte er. So bleibe die Stadt Genehmigungsbehörde. Allerdings habe sie mit allen relevanten Behörden das Sicherheitskonzept abgesprochen. "Wenn die Zuständigkeit dem Kreis übertragen werden sollte, hätte das rechtlich eine neue Qualität, die durch die Juristenbrille betrachtet nicht durch die Gemeindeordnung gedeckt sei.
Der Kreis hat in der Zwischenzeit Vorbereitungen für den Fall getroffen, dass es tatsächlich einen schweren Zwischenfall geben wird. Pressesprecher Axel Küppers bestätigte ein Schreiben des Kreises vom 9. August an die Stadt, in der Auskünfte für die Arbeit eines Krisenstabes gefordert werden. Das umfasst alle Informationen über die erforderliche Baugenehmigung inklusive Brandschutz und Sicherheitskonzept mit vollständigen Unterlagen, die straßenverkehrsrechtliche Genehmigung (Sperrung und Lenkung), das Sicherheitskonzept des Veranstalters sowie die umfassende Liste aller Ansprechpartner.
Schönfelder setzt das Einvernehmen aller ebenso voraus wie eine erfolgreiche und störungsfreie Veranstaltung, auch wenn noch straffere Korsettstangen eingezogen werden: "Wir machen das trotzdem."
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