Nettetal: Kunden suchen Sicherheit
VON MANFRED MEIS - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012Nettetal (RP). Die Volksbank Brüggen-Nettetal hat ihre Bilanz des Jahrs 2011 präsentiert. Diese ist um 2,4 Prozent gewachsen. Die Kunden suchen derzeit vor allem Sondersparformen und kurzfristige Anlagen. Die Euro-Krise lässt grüßen.
Das Jahr 2011, das letzte Jahr der Selbstständigkeit, hat die Volksbank Brüggen-Nettetal mit einer um 2,4 Prozent auf 546 Millionen Euro erhöhten Bilanz abgeschlossen. Das Wachstum wurde in erster Linie vom Zuwachs der Einlagen auf 390 Millionen Euro (plus 3,2 Prozent) getragen. Gesucht waren vor allen Dingen Sondersparformen und kurzfristige Anlagen. "Die Kunden suchen Sicherheit, da spielen die Konditionen eine nicht so große Rolle", hat Wilhelm Struck festgestellt. Der Vorstandssprecher der Bank freut sich über dieses Zutrauen, sind doch wieder wie schon im Krisenjahr 2008 "Beträge von großen Banken zu uns verlagert worden".
Frauenförderung
Um wertvolles Know-how nicht zu verlieren, hat die Volksbank einen "Mütterpool" gebildet; ehemalige Mitarbeiterinnen springen nicht nur bei Vertretungen ein, sondern arbeiten regelmäßig an einem oder zwei Tagen pro Woche. Dieses Konzeptwird auch von der Volksbank Krefeld übernommen.
Dagegen ist das Kreditvolumen so gerade bei 306 Millionen Euro (minus 1,5 Prozent) gehalten worden. Der Mittelstand halte sich bei Investitionen angesichts der Turbulenzen um den Euro zurück: "Kleine und mittlere Betriebe schauen eher mit Sorge auf die allgemeine Konjunktur. Sie stärken derzeit ihr Eigenkapital, zahlen Kredite zurück, Investitionen werden oft verschoben." Allerdings wurde von privater Seite kräftig in Immobilien investiert. Diese meist sehr langfristigen Kredite reichte die Bank an Hypothekenbanken weiter, hier wuchs die Verbundbilanz um 4,9 Prozent.
Während die Kosten für die 130 Mitarbeiter (kaum noch Zeitarbeiter, ein Vorstandsmitglied schied aus) gesunken sind, stiegen die Instandhaltungs- und Energiekosten um 2 Prozent; vor allem der Umbau der Geschäftsstelle Breyell fällt ins Gewicht. "Jetzt sind aber alle Filialen in einem Top-Zustand", ist Struck zufrieden. Es wird ein um 50 000 Euro erhöhter Bilanzgewinn von 825 000 Euro ausgewiesen (6 Prozent Dividende in Aussicht), nachdem rund 1,3 Millionen Euro Steuern bezahlt sind und 120 000 Euro für 80 Projekte für Jugend, Kultur, Sport und Soziales ausgegeben wurden.
Die Bank hat ihr Eigenkapital auf 34 Millionen Euro aufgestockt, sodass die Quote auf 6,2 Prozent verbessert wurde. Das Betriebsergebnis vor Bewertung ist leicht auf 0,89 Prozent gesunken; um einen Euro zu verdienen, musste die Bank 69 Cent aufwenden. Da nur ein "sehr geringes Risiko" in den Krediten steckt, wurden die Wertberichtigungen zurückgenommen.
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