Nettetal: Kunst im Krankenhaus-Alltag
VON INGE VON DEN BRUCK - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Nettetal (RP). Die Ausstellungen im Städtischen Krankenhaus erfreuen sich großer Beliebtheit. Nicht nur Patienten bertrachten gern die Werke, die in den Fluren präsentiert werden. Lola Krüger kümmert sich seit 13 Jahren um das Thema.
Rund 50 Kunst-Ausstellungen hat Lola Krüger in den vergangenen 13 Jahren im Nettetaler Krankenhaus schon initiiert und organisiert – und ist der Kunst immer noch nicht überdrüssig geworden. "Kunst hört nie auf", sagt die Frau, deren Zuhause 16 Jahre lang das Vorzimmer des damaligen Geschäftsführers Herbert Wanz war und die vor einigen Jahren in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist. Doch der Kunst im Krankenhaus ist sie treu geblieben.
"Wir haben vor 19 Jahren den Förderverein am Krankenhaus gegründet, mit dem Ziel, Investitionen, die der Träger nicht übernehmen kann und auch nicht muss, zu finanzieren", sagt Fördervereins-Vorsitzender Dr. Peter Lehnen. Seitdem hat der Förderverein viele Projekte dank der Mitgliedsbeiträge, aber auch durch Spenden ins Leben gerufen. So wurden die Krankenhauskappelle inklusive Fenster und der parkähnliche Garten im Innenhof mit einer Gehstrecke und Ruhezonen für die Patienten neu gestaltet. Aber auch Mittel für die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter mit aktueller Pflegeliteratur und einer multifunktionalen Reanimationspuppe wurden angeschafft.
Der Förderverein
Der Förderverein Städtisches Krankenhaus Nettetal wurde 1993 gegründet und ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt. Unterlagen gibt es bei der Stationsleitung und im Aufnahmebüro. Der Jahresmitgliedsbeitrag beträgt 25 Euro. Über die Mitgliedsbeiträge und Spenden stellt der Verein eine Spendenquittung für das Finanzamt aus.
Flure verschönert
Die Ausstattung der Intensivzimmer und der Chemotherapieräume sowie Spielwand für Kinder im Wartebereich der Zentralen Patientenaufnahme sind ebenfalls nur einige Investitionen, die einzig allein mithilfe des Fördervereines möglich wurden. So sind auch die Krankenhausflure verschönert worden, haben einen neuen Anstrich erfahren und sind mit Leisten versehen worden.
"Der Gedanke, dort Kunst zu zeigen, schwirrte schon lange in unseren Köpfen herum", sagt Lehnen. Und es war Lola Krüger, die den Gedanken aufgriff und sich seitdem für die Kunst am Nettetaler Krankenhaus einsetzt. "Ich wollte wissen, wie Bilder ins Museen kommen, und habe bei der Fern-Uni Tübingen ein Fernstudium in Sache Kunst belegt", sagt die bis dahin unerfahrene Kunstliebhaberin. Der Erfolg und die Neugier auf noch mehr Kunst ließen nicht lange auf sich warten, und so begann Lola Krüger in jeder freien Minute, Kunst-Ausstellungen für das Krankenhaus zu organisieren. Sie besuchte Kunstaustellungen hiesiger Künstler, ging in Meseten und kam mit den Künstlern ins Gespräch.
Seitdem konnte sie viele Künstler unterschiedlichster Kunstrichtungen gewinnen, ihre Werke im Städtischen Krankenhaus zu zeigen. "Finanziert wurden die Ausstellungen durch den Förderverein, die Zusammenarbeit mit ihm klappt ausgezeichnet", freut sich Lola Krüger. Auch Lehnen ist froh, jemanden wie Lola Krüger gefunden zu haben. "Positive Rückmeldungen von den Patienten und Besuchern, aber auch aus den Reihen der Mitarbeiter sind hervorragend und machen Mut für weitere Ausstellung", sagt Lola Krüger. Schon jetzt steht das Ausstellungsprogramm für dieses Jahr. "Es ist viel Arbeit, aber es macht wahnsinnigen Spaß", lacht Lola Krüger, die ehrenamtliche "Kunstexpertin" des Krankenhauses.
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