Nettetal: Lobberichs feurige Geschichte
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 13.06.2009Nettetal (RPO). Die Festschrift zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr in Lobberich liegt vor.
Vier Wehrleute haben ein Heimatbuch geschrieben und laden zu einem unterhaltsamen Spaziergang durch die Historie ein.Wenn Feuerwehrleute zum Stift statt zur Spritze greifen, muss was Großes im Anmarsch sein. Beispielsweise die Feierlichkeiten zum 125. Gründungsfest der Lobbericher Löschzugs der Freiwilligen Feuerwehr. Reinhold Heußen, Dirk Heussen, Heinz-Josef Dreßen, Horst Peschkes machten Ernst: Sie recherchierten zwei Jahre lang für die Festschrift, wühlten in diversen Archiven nach Material, veranstalteten eine Bilderbörse und schrieben ihren Streifzug durch die Lobbericher Feuerwehrgeschichte schließlich auf 198 Seiten auf. So viele umfasst die gerade frisch aus der Druckerei gekommene Festschrift, für deren Gestaltung neben Reinhold Heußen auch Holger Croonenbroeck verantwortlich zeichnet.
"Es hat Spaß gemacht"
Die Festschrift
Autoren Reinhold Heußen, Ehrenwehrführer der Feuerwehr Nettetal, Pressesprecher Dirk Heussen, Heinz-Josef Dreßen war 26 Jahre Kreisbrandmeister und ist jetzt Ehrenvorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, Horst Peschkes war 20 Jahre Lobbericher Löschzugführer und ist jetzt Ehrenlöschzugführer.
Auflage 800 Stück
Preis 8 Euro
Verkaufsstellen Lotto Wersch, Breyllerstr., Lebensmittelmarkt Esch, Buchhandlung Matussek, Lotto Terhaag, Hochstraße, Netteagentur, Doerkesplatz
Wie viel Zeit die Macher in ihre Festschrift investiert haben, können weder Dirk Heussen, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Nettetal, noch Ehrenwehrführer Reinhold Heußen abschätzen. "Das kann man in Stunden gar nicht beziffern", sagt der Ehrenwehrführer achselzuckend. Wichtiger ist ihm etwas anderes: "Es hat Spaß gemacht, und wir haben sehr gut zusammengearbeitet."
Die Festschrift beleuchtet die Geschichte der einstigen Freiwilligen Feuerwehr in Lobberich, die seit 1970 ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Nettetal ist. Das Werk ist aber noch mehr: Ein Heimatbuch, das mit dem Gemeinwesen Lobberich noch vor der Römerzeit beginnt und "ein wertvoller Beitrag zur Ortsgeschichte Lobberichs". So urteilten einhellig die beiden Korrekturleser Dr. Theo Optendrenk und Dr. Marcus Optendrenk, verriet Reinhold Heußen. "Das hat uns ein bisschen stolz gemacht", fügt er hinzu.
In der Festschrift gehen die Autoren auch auf den Brandschutz im Ort vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Lobberich ein. Die erste Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1874 erweist sich nämlich als Flop. Die Mitgliederzahl sinkt schon nach kurzer Zeit rapide ab. Interne Streitigkeiten geben der Feuerwehrgruppe den Rest. 1877, also nur drei Jahre später, löst sich diese erste Feuerwehr Lobberichs sang- und klanglos auf.
Gründung im zweiten Anlauf
17 Jahre dauert die "wehrlose" Zeit. Dann bricht eine neue Ära an: 1884 gründet sich im zweiten und erfolgreichen Anlauf die Freiwillige Feuerwehr Lobberich. Sie besteht bis 1969. Umrahmt von vielen historischen Fotos und Archivmaterialien geht es in einem Ritt durch die Zeit. 1970 kommt dann der schmerzliche Einschnitt: die kommunale Neugliederung, bei der Lobberich ein Teil Nettetals wird. "Da wurde die vorher selbständige Feuerwehr Lobberich degradiert", sagt Heußen. Ein Kapitel der Festschrift befasst sich dennoch mit dieser neuen Einheit, bevor es zum guten Schluss zurück zu den Kameraden nach Lobberich geht.
Die Arbeit hat sich gelohnt, finden Reinhold Heußen und Dirk Heussen. "Wir möchten, dass auch der letzte Lobberich weiß: Die Feuerwehr ist für uns da."
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