Nettetal: Mädchen packen's an . . .
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 24.04.2009Nettetal (RPO). Sie schrieben Knöllchen, strichen einen Raum an und probierten sich in der Schlosserei aus: Elf Mädchen waren gestern beim Girls' Day in meist praktischen Bereichen des Nettetaler Rathauses tätig. Alle fanden den Tag prima.
Ihre Haare, ihre Kleidung und auch Brille und Arme sind weiß gesprenkelt. Natalie Benders sitzt nach getaner Arbeit beim Mittagessen in der Kantine des Rathauses und erzählt ihren Mitschülerinnen, was sie am Vormittag gemacht hat. "Wir haben den Hausmeisterraum gestrichen", sagt die Comeniusschülerin. "Dafür mussten wir auf eine Leiter klettern." Natalie ist mit ihrem "Girls' Day" zufrieden. "Es hat Spaß gemacht", erzählt die 15-Jährige. "Eigentlich wollte ich was mit Tieren machen, aber jetzt überleg ich mir das noch mal." Der Vormittag als Maler und Lackiererin hat ihr gut gefallen.
Der Tag
Girls' Day: zum neuen Mal bundesweit. Seit 2006 macht die Stadtverwaltung mit.
Idee: Schülerinnen der achten Klasse schauen einen Tag in typische Männerberufe hinein.
Boys' Day: Seit einigen Jahren nutzen immer mehr Jungs die Gelegenheit, am selben Tag in Frauenberufe reinzuschnuppern.
"Da braucht man viel Kraft"
Auch ihre Mitschülerin Anna-Katharina Boehme (13) hat ganz neue Erfahrungen hinter sich. Sie hat in der Schlosserei den städtischen Metallbauern geholfen. "Ich habe eine Scheibe ausgebaut", erzählt die Achtklässlerin stolz. "In der Schlosserei braucht man viel Kraft", sagt sie. Die Arbeit sei anders gewesen, als sie sich das vorgestellt hatte. "Aber gut."
Elf Mädchen haben gestern den Girls' Day bei der Stadt verbracht. Und zwar überwiegend nicht am Schreibtisch sitzend, sondern in ganz praktischen Bereichen. Und alle fanden den Tag in einem typischen Männerberuf zur ersten Berufsorientierung prima. "Es ist eine gute Möglichkeit, um zu gucken, ob einem ein Beruf gefällt", sagt Rebecca Janssen. Die 14-jährige Schülerin des Werner-Jaeger-Gymnasiums hat den Vormittag bei den Bautechnikern und Architekten verbracht. Dieser Bereich interessiert sie. Die Vorstellung, als Architektin künftig Häuser zu bauen, hat sie auch nach dem Schnuppervormittag nicht aufgegeben. Anders ihre Mitschülerin Anja Müller (14). "Das war's nicht so ganz", bekennt die Achtklässlerin freimütig nach den Stunden in der Informatikabteilung. "Computer und so sind nicht mein Ding." Sie tendiert zu einem typischen Frauenberuf. "Vielleicht was mit Kindern", sagt sie.
Knöllchen schreiben macht Spaß
Mit den Politessen in Lobberich unterwegs war Rusan Ekinci. "Wir haben viele Knöllchen geschrieben", erzählt die 14-Jährige. "Das hat mir gefallen."
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