Nettetal: Mähen mit der Sense
VON JANNETTA SZPAK - zuletzt aktualisiert: 21.09.2010Nettetal (RPO). Auf dem Naturschutzhof im Sassenfeld bot Expertin Rebekka Eckelboom vom Naturschutzbund Krefeld einen Sensenkursus an. Viele Teilnehmer machten erste Erfahrungen mit dem Werkzeug.
Der Rasenmäher hat der Sense längst den Rang abgelaufen. Elektrisch oder mit Benzin, bedienungsfreundlich und bequem, macht er aus Wildwuchs englischen Kurzschnitt.
Richtig lange Halme lassen sich jedoch oft nur mit Muskelkraft mähen. Wie schnittig die Sense sein kann, zeigte Rebekka Eckelboom vom Naturschutzbund Krefeld beim einem Kurzseminar auf dem Naturschutzhof. Geduldig beantwortete sie zunächst ausführlich verschiedene Fragen und gab Tipps, wie man "nicht so schnell aus der Puste kommt".
Einige der Teilnehmer hatten ihre eigenen Sensen bereits mitgebracht. Den ersten Schnitt auf der wilden Wiese "Ich muss auch erst mal richtig in Schwung kommen", sagte sie nach dem noch etwas zaghaften Versuch schmunzelnd. Schnitt für Schnitt fiel dann das hoch gewachsene Gras flach auf die Erde. Ihr Körper machte bei jeder Bewegung mit der Sense eine leichte Drehbewegung zur Seite. Nach einigen Minuten der Vorführung dürfen Freiwillige vortreten und das Mähen selbst probieren.
Die Sense im Einsatz
Nutzung Das Blatt wird in schwingenden Bewegungen (Schnittrichtung von rechts nach links) bogenförmig dicht über die Erde durch das zu erntende Schnittgut geführt.
Geschichte Während die Sense früher als Gerät im Alltag der Landwirte ständig im Gebrauch war, wird sie heute nur noch in wenigen Fabriken Europas hergestellt und schwindet zunehmend aus den Haushalten. Sie wird von den elektrischen Mähern immer häufiger ersetzt.
Beeindruckende Auswahl
Joachim Stefan wollte es als Erster ausprobieren. Für ihn ist die Sense von Rebekka Eckelboom jedoch zu klein. Die Expertin hat allerdings eine beeindruckende Auswahl verschiedener Sensen mitgebracht. Nach einigen geübten Handgriffen hat sie das passende Gerät auf die nötige Größe eingestellt. Vorsichtig setzte Joachim Stefan an und brachte den ersten Schnitt Gras zum Erliegen.
"Es ist ein sehr angenehmes Gefühl, man hat schnell eine Verbindung zu der Sense", berichtet er nach dem Erfolgserlebnis. Keine lauten, störenden Motorengeräusche, kein Dröhnen von einer elektrischen Sense. "Es ist sehr entspannend und man kann dabei den Vögeln beim Zwitschern zuhören", betonte die Kursleiterin die Vorteile der Sense. "Wie dengele ich eine Sense richtig?", fragte eine Teilnehmerin. Darauf gab die Expertin ebenfalls eine praktische Antwort und demonstrierte, wie sie das Sensenblatt richtig scharf macht.
Sabine Drabben versuchte sich auch an der Sense. Die 16-Jährige war zusammen mit ihren Eltern zum Naturschutzhof gekommen. Die ganze Familie holte sich Tipps, denn zu Hause warteten 100 Quadratmeter Fläche darauf, gemäht zu werden. "Die beste Zeit ist früh am Morgen", erläuterte Rebekka Eckelboom den Teilnehmern.
"Da ist das Gras noch nass und dicht. Links- und Rechtshänder brauchen unterschiedliche Sensen. Da gibt es unterschiedliche Modelle." Die Kosten für ein hochwertiges Gerät überraschten die meisten Besucher nicht. "Diese hier hat über 100 Euro gekostet", berichtete Rebekka Eckelboom und demonstrierte ihren Handmäher. "Das Blatt ist geschmiedet und der Griff ist aus teurem Baumholz geschnitzt."
Während die Teilnehmer auf der wilden Wiese arbeiteten, zog Eckelboom ein Paket Verbandszeug aus ihrem Rucksack. "Das ist nur für den Notfall", sagte sie und machte auf die Gefahren aufmerksam: Die Blätter sind messerscharf, besondere Vorsicht ist geboten. Mehr als bei einem motorisierten Mäher.
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