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Nettetal: Mal eben nach Kevelaer radeln

VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 21.03.2009

Nettetal (RPO). Der Frühling ist da, und schon steigen alle auf die Fahrräder. Das elektrisch betriebene Rad erfreut sich bei älteren Bürgern wachsender Beliebtheit. Norbert Backes schlägt vor, dass die Stadtwerke den Kauf fördern.

Der kleine Elektromotor fällt erst auf den zweiten Blick auf. Immer mehr Kunden von Norbert Backes interessieren sich dafür.  Foto: RPO
Der kleine Elektromotor fällt erst auf den zweiten Blick auf. Immer mehr Kunden von Norbert Backes interessieren sich dafür. Foto: RPO

Frühlingsanfang, strahlend blauer Himmel und mindestens zehn Grad Celsius – so beginnt für einen Fahrradhändler das Saisongeschäft. In dieser Woche haben die Zweiradspezialisten den Winterschlaf in ihrer Branche endgültig beendet. In Werkstätten und Verkaufsabteilungen "brummt" der Laden. Das ist tatsächlich so, denn Elektro-Fahrräder (E-Bike) stehen bei den Kunden ganz oben auf den Einkaufszetteln.

Mit der Kraft aus der Steckdose strampeln vor allem ältere Radler häufig bis zu 80 Kilometer – die beharrlich eingehaltene Spitzengeschwindigkeit 25 km/h bringt Beobachter manchmal völlig aus der Fassung. "Mit reiner Muskelkraft entfernt sich ein Freizeitradler um etwa 15 Kilometer von zu Hause. Die Elektroräder bieten ganz andere Perspektiven", erklärt der Lobbericher Fahrradhändler Norbert Backes. Ob welliges Gelände oder Gegenwind – nichts bremst mehr den Vorwärtsdrang betagter Pedalritter. Backes: "Die Leute haben eine ganz andere Perspektive."

Info

Immer unter Strom

E-Bike Ein abgekürzter Anglizismus für das Elektrofahrrad. Es unterstützt den Fahrer bei jeder Pedalumdrehung lautlos mit zusätzlicher Energie aus dem fast unsichtbaren Akku.

Aufladen In einigen Regionen sind E-Biker vom Tourismus schon entdeckt worden. Sie finden bei bestimmten Gastronomen Ladestationen.

Bis zu 80 km Reichweite

Etwa 1200 Euro kostet ein elektrisch angetriebenes Rad mit einer Reichweite von 80 Kilometern. Ob allein oder in der Gruppe – immer mehr Freizeitradler genießen die Weite auf dem E-Bike. Warum sollte man nicht, je nach Kraftvorrat, ein paar Kilometer mal mit Muskelkraft zurücklegen und sich dann wiederum vom Motor tragen lassen?

Norbert Backes spinnt den Faden schon weiter. "Ich habe den Stadtwerken vorgeschlagen darüber nachzudenken, ob sie die Anschaffung eines E-Bikes fördern. Schließlich erhält jemand, der ein Erdgas-betriebenes Auto kauft, einen Zuschuss. Warum sollte der Käufer eines E-Bikes nicht gefördert werden?" Möglicherweise sei das der richtige Antrieb für manchen Berufspendler, das Auto wenigstens im Sommerhalbjahr in der Garage zu lassen und das Rad zu nehmen.

Norbert Backes weiß aus Gesprächen mit Kunden, dass viele Ausflüge lieber mit dem elektrisch betriebenen Rad als mit dem Auto machen. "Die fahren mal eben 76 Kilometer nach Kevelaer und zurück nach Lobberich", berichtet Backes und flachst: " Aus Dankbarkeit für diese Art der Fortbewegung zünden sie da noch ein Kerzchen an. Da wird die Buße zum Vergnügen."

Und sonst? Der Trend geht abseits des E-Bikes immer weiter zum hochwertigen Rad mit acht oder neun Gängen per Nabenschaltung und erstklassigen Bremsen. Die Sportler wollen Ultraleichträder mit hoch gerüsteter Technik. FRAGE DES TAGES

Quelle: RP

 
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