Nettetal: Mann erfriert vor Kirche
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 22.12.2009Nettetal (RPO). Ein 42-jähriger Obdachloser aus den Niederlanden wurde bereits am Samstag tot an St. Sebastian gefunden. Die Stadt weist in diesem Zusammenhang nochmals auf die vorhandenen Obdachlosenunterkünfte hin, in der noch Plätze frei sind.
Die eisige Kälte am Wochenende hat einen Toten gefordert. Wie die Polizei erst gestern berichtete, erfror am Samstag mitten in Lobberich ein 42-jähriger Niederländer.
Ein Ehepaar fand den Obdachlosen gegen 12.50 Uhr leblos hinter einem Gebüsch fast vor dem Hauptportal von St. Sebastian. Der sofort alarmierte Notarzt konnte nur den Tod des 42-jährigen Niederländers feststellen. Die Kriminalpolizei schließt nach ersten Ermittlungen Fremdverschulden aus.
Tags zuvor hatte die Stadt bereits einen Hinweis auf einen Obdachlosen erhalten, der sich in Lobberich am Krankenhaus aufhielt. Als Mitarbeiter des Ordnungsdienstes die Umgebung dort absuchten, war der Unbekannte bereits verschwunden. Weitere Hinweise gab es nach Angaben der Stadtverwaltung dann nicht mehr.
Was wichtig ist
Obdachlose Auskünfte erteilen der Fachbereich Senioren, Wohnen und Soziales im Rathaus, Tel. 02153 898-0, am Wochenende der Bereitschaftsdienst des Ordnungsamtes die Kreisleitstelle in Viersen unter Tel. 02162 29088.
Streuplan Die Stadt streut auf Fahrbahnen ein Salz-Sohle-Gemisch, Geh- und Radwege werden mit Splitt gestreut.
Die Stadt Nettetal unterstreicht in diesem Zusammenhang, dass Obdachlose nicht abgewiesen werden, sondern gerade bei den gegenwärtigen Temperaturen auf Hilfe bauen dürfen. In den Unterkünften an der Breslauer Straße in Kaldenkirchen und am Schmaxbruch in Breyell seien zurzeit noch 27 Plätze frei. Hilfen für Obdachlose, bei denen es sich weit überwiegend um allein stehende, oftmals alkoholkranke Männer handelt, waren unlängst erst im Sozialausschuss diskutiert worden.
Bauhof seit Sonntag im Dauer-Einsatz
Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofs sind seit Sonntag nahezu rund um die Uhr im Dienst, um Straßen und Wege freizuräumen Am Sonntag waren 14 Mitarbeiter des Bereitschaftsdienstes zwischen 10 und 22 Uhr im gesamten Stadtgebiet unterwegs.
Eingesetzt wurden zwei Lkw, ein Unimog und der Großschlepper sowie vier Kleinschlepper. Außerdem räumten Trupps von zwei bis drei Personen per Hand Gehwege vor städtischen Grundstücken frei. Am Montag setzte die gleichstarke Besetzung der Bereitschaft den Dienst fort, um Schnee von Straßen und Wegen zu räumen.
Um 7 Uhr übernahm der gesamte Bauhof – 30 Mitarbeiter mit 14 Fahrzeugen – diese Arbeit, während die Bereitschaft zurückkehrte: Sie wird ab heute Abend wieder ihre Arbeit aufnehmen und die Stammbelegschaft ablösen. Repariert werden musste außerdem ein Fahrzeug, dessen Räumschild defekt war. Denn der Bauhof richtete sich im Laufe des Tages darauf ein, dass in der Nacht zum heutigen Dienstag wieder Schnee fallen würde.
Gestreut wird nach einem festen Plan und in Abstimmung mit den Trägern von Kreis-, Landes- und Bundesstraßen, die ihre Abschnitte selbst betreuen. Vermieden werden dadurch auch unsinnige Doppelfahrten. Der Einsatzplan der Stadt regelt nach Dringlichkeitsstufen, welches Fahrzeug wann und in welcher Reihenfolge welche Straße zu räumen hat. Ganz oben stehen Hauptverkehrsstraßen sowie Straßen mit Schulbus-Verkehr.
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